Kreuzfahrtschiff mit X-Bow

Die norwegische Werftengruppe Ulstein gilt als Erfinderin des „X-Bow“ genannten Schiffsbuges, jetzt sollen die ersten Kreuzfahrtschiffe mit der besonders seegängigen Rumpfform gebaut werden.

SunStone Ships will vier solcher Explorer-Kreuzfahrtschiffe mit jeweils 104 Metern Länge und 18,2 Metern Breite bauen lassen | Abb. SunStone Ships

SunStone Ships will vier solcher Explorer-Kreuzfahrtschiffe mit jeweils 104 Metern Länge und 18,2 Metern Breite bauen lassen | Abb. SunStone Ships

Die in Miami ansässige Reederei SunStone Ships hat mit einer chinesischen Werft einen Vorvertrag über den Bau von vier eisgängigen Explorer-Kreuzfahrtschiffen geschlossen. Genauere Details sind nicht bekannt, wohl aber, dass die Schiffe einen X-Bow erhalten sollen. Die Bezeichnung steht für eine patentierte Bugform, die im Grunde invers zu den gewohnten Bugformen verläuft: Die Buglinie verlängert sich zur Wasserlinie hin. Diese von Ulstein patentierte Bugform verbessert vor allen die Seegängigkeit eines Schiffes, reduziert Schiffsbewegungen und verhindert Tempoverluste bei schwerer See. Daher wurde der X-Bow auch zunächst für die Gattung der sehr beanspruchten Offshore-Versorgungsschiffe angewendet. Ulstein geht aber noch einen Schritt weiter und entwickelte den Bug so weiter, dass er auch für Kreuzfahrtschiffe genutzt werden kann – vornehmlich für die aufstrebende Klasse der Explorer-Schiffe, die Reisen in unwirtliche Gebiete unternehmen, etwa in Richtung Antarktis.

Charakteristisch: der so genannte X-Bow. Die inverse Bugform soll den Kreuzfahrtschiffen eine besondere Seegängigkeit verleihen | Abb. SunStoneShips

Charakteristisch: der so genannte X-Bow. Die inverse Bugform soll den Kreuzfahrtschiffen eine besondere Seegängigkeit verleihen | Abb. SunStoneShips

Ästhetisch betrachtet, ist der X-Bow mit seiner papageienhaften Anmutung nicht unbedingt das, was man elegant nennen würde – aber welches Kreuzfahrtschiff kann dies heute noch von sich behaupten?
Ulstein jedenfalls preist seine Schiffskonzepte nicht nur mit funktionalen Argumenten, sondern verweist auch auf neue Nutzungsmöglichkeiten: Nicht nur biete der eher voluminöse Bugbereich Optionen für zusätzliche Raumangebote, auch könne man Unterwasser-Lounges integrieren oder solche für spektakuläre Rundumsichten. Und skalierbar scheint das Konzept auch zwischen eher kleineren Schiffen mit 100 Metern Länge und Platz für 100 Passagieren bis zu großen Modellen für bis zu 800 Passagieren.


Ulstein Design & Solutions, ein Teil der Ulstein-Gruppe wird denn auch das Design der Schiffe für SunStone übernehmen, die Kabinenausrüstung soll aus dem benachbarten Finnland kommen. Hersteller Mäkinen soll dazu eine eigene Fertigung bei der chinesischen Werft aufbauen. Die Schiffe selbst sollen für bis zu 95 Passagiere ausgelegt sein, 104 Meter Länge aufweisen und mit bis zu 15 Knoten unterwegs sein.

Link
www.ulstein.com
www.sunstoneships.com

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