Festo: Neues aus der Bionik

Wie alle Jahre zeigt Festo auch während der aktuellen Hannover Messe technologische, bionisch inspirierte Konzepte. Dieses Mal sind es zwei Leichtbauroboter und der „OctopusGripper“, ein Greifelement in Tentakel-Manier.

Der „BionicCobot“ ist als Leichtbauroboter speziell für die direkte Zusammenarbeit mit dem Menschen konzipiert | Foto: Festo

Der „BionicCobot“ ist als Leichtbauroboter speziell für die direkte Zusammenarbeit mit dem Menschen konzipiert | Foto: Festo

Das Bionic Learning Network gehört zum festen Bestandteil der Messepräsenzen von Festo – besser gesagt, deren aktuelle Entwicklungen. Die zentrale Rolle spielt dabei stets die Hannover Messe. Mit drei Projekten ist man in diesem Jahr dabei (24.-28.4.2017), die sich alle auf die gefahrlose Mensch-Roboter-Zusammenarbeit konzentrieren.

Der „BionicCobot“ ist ein pneumatisch angetriebener Leichtbauroboter, dessen Bewegungsmuster dem des menschlichen Armes nachempfunden ist – von der Schulter bis zur Hand. Er macht sich dabei in allen seinen Gelenken den natürlichen Wirkmechanismus von Bizeps- und Trizepsmuskel zunutze, also das Zusammenspiel von Beuger und Strecker. Dadurch kann er sehr feinfühlige, aber auch kraftvolle und dynamische Bewegungen ausführen – Kollisionen mit dem menschlichen Kollegen sollen gefahrlos bleiben. Die pneumatische Automatisierungsplattform „Festo Motion Terminal“ verknüpft dazu Mechanik, Sensorik sowie komplexe Steuerungs- und Messtechnik auf engstem Raum.

Das Bewegungsmuster des „BionicCobot“ ist dem menschlichen Arm nachempfunden, von der Schulter über Oberarm, Ellbogen, Elle und Speiche bis zur Hand | Foto: Festo

Das Bewegungsmuster des „BionicCobot“ ist dem menschlichen Arm nachempfunden, von der Schulter über Oberarm, Ellbogen, Elle und Speiche bis zur Hand | Foto: Festo

Die Bedienung des „BionicCobot“ erfolgt über ein eigens entwickeltes grafisches User Interface: Mit einem Tablet kann der Anwender die durchzuführenden Aktionen ganz einfach einlernen und parametrieren. Anschließend lassen sich die definierten Arbeitsschritte per Drag and Drop in einer Zeitleiste beliebig aneinanderreihen. Dabei wird der komplette Bewegungsablauf virtuell abgebildet und gleichzeitig simuliert. Und natürlich lassen sich je nach Aufgabenstellung unterschiedliche Greifer anschließen.

Ebenfalls pneumatisch betrieben wird der „BionicMotionRobot“. Seine Außenhaut besteht aus einem 3D-Textilgestrick, die Bewegung generiert eine pneumatische und flexible Balgstruktur | Foto: Festo

Ebenfalls pneumatisch betrieben wird der „BionicMotionRobot“. Seine Außenhaut besteht aus einem 3D-Textilgestrick, die Bewegung generiert eine pneumatische und flexible Balgstruktur | Foto: Festo

Mit dem „BionicMotionRobot“ zeigt Festo einen zweiten Leichtbauroboter, der Bewegungsabläufe mit seiner flexiblen pneumatischen Balgstruktur und einer entsprechenden Ventil- und Regelungstechnik erzeugt. Das Konzept der nachgiebigen Kinematik basiert auf dem bionischen Handling-Assistenten aus dem Jahr 2010, der damals mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet wurde. Eine neuartige Außenhaut aus einem 3D-Textilgestrick ermöglicht es jetzt dem „BionicMotionRobot“, das Kraftpotenzial der gesamten Kinematik auszuschöpfen. Damit hat der bionische Roboterarm eine Tragkraft von knapp drei Kilogramm – bei etwa demselben Eigengewicht.

Wird die weiche Silikonstruktur des „OctopusGripper“ mit Druckluft gefüllt, krümmt sich das Tentakel nach innen und legt sich formschlüssig sowie sanft um das Greifgut. Gut sichtbar sind hier die beiden Reihen von aktiv und passiv geregelten Saugnäpfen | Foto: Festo

Wird die weiche Silikonstruktur des „OctopusGripper“ mit Druckluft gefüllt, krümmt sich das Tentakel nach innen und legt sich formschlüssig sowie sanft um das Greifgut. Gut sichtbar sind hier die beiden Reihen von aktiv und passiv geregelten Saugnäpfen | Foto: Festo

Vom Oktopus-Tentakel abgeleitet hat das Team den „OctopusGripper“, ein tentakelförmiger Greifer aus Silikon, dessen Innenfläche mit zwei aktiv und passiven Saugnapf-Reihen versehen ist. Pneumatisch angesteuert, krümmt sich das Tentakel bei Beaufschlagung mit Druckluft nach innen und legt sich formschlüssig und sanft um das Greifgut, das unterschiedlichst geformt sein kann. Der „OctopusGripper“ eignet sich sowohl für den „BionicMotionRobot“ wie auch den „BionicCobot“.

Link
www.festo.com/bionik

Der „OctopusGripper“, hier am „BionicMotionRobot“ montiert, greift nach dem Vorbild eines Tentakels und kann unterschiedlichste Formen halten | Foto: Festo

Der „OctopusGripper“, hier am „BionicMotionRobot“ montiert, greift nach dem Vorbild eines Tentakels und kann unterschiedlichste Formen halten | Foto: Festo

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