Schweizer Start-Up startet Wingtra

Multikopter sind zwar bestens manövrierbar, aber was ihre Flugdauer betrifft, nach wie vor ziemlich eingeschränkt. Fluggeräte mit Tragflächen bieten eine deutlich größere Ausdauer, weshalb Wingtra aus Zürich eine autonome Drohne mit Starrflügeln baut.

Wingtra One, Drohne mit Tragflächen aus der Schweiz

Wingtra ist eine Ausgründung der EHT Zürich, das erste Produkt der „Wingtranauten“ ist diese Flächendrohne, genannt „WingtraOne“. Sie ist ausgelegt für den vertikalen Start und horizontalen Flug | Abb. Wingtra

Multikopter sind gut, wenn im Schwebeflug gearbeitet werden muss – für Erkundungen in der Fläche hapert es allerdings an der verfügbaren Flugdauer, denn auch die besten Akkus sind nach 20 Minuten leergesaugt. Drohnen mit starren Tragflächen hingegen sind energieeffizienter unterwegs, weil der Auftrieb primär über die Fläche erzeugt wird. Allerdings erweisen sich Start und Landung als nicht einfach, weil eine Startpiste oder gar ein Katapult notwendig sind.

Wingtra, das 2016 gegründete Spin-off der ETH Zürich präsentierte jüngst eine Drohne, die senkrecht abhebt und landet, um dann für den eigentlichen Flug in die Horizontale zu schwenken. Was im Großflugzeugbau aufwendige Schwenkantriebe verlangt, gelingt im kleinen Maßstab einfacher, die Motoren sind starr, das Fluggerät selbst ändert in der so genannten Transitionsphase seine Fluglage. So startet „Wingtra One“ auf kleinster Fläche vertikal und landet auf die gleiche Weise – vollautonom übrigens, entsprechend der zuvor per Software geplanten Mission. Bei 125 Zentimetern Spannweite wiegt der Nurflügler maximal 4,4 kg und ist mit maximal 55 km/h unterwegs. Damit lassen sich pro Auftstieg mindestens 300 Hektar Fläche abfliegen – das macht „Wingtra One“ ideal geeignet für die Landwirtschaft, für Bodenerkundungen allgemein oder Situationsanalysen nach Katastrophen. Die integrierte Kamera liefert dazu mit Geodaten versehene Bilder. Mit ihren zwei Elektromotoren kann „Wingtra One“ noch bei Windstärken von 5 bis 6 fliegen. Multikopter hingegen sind sehr viel anfälliger gegen starke oder böige Luftströmungen. Wingtra will bereits 2017 mit der Produktion beginnen.

Link
www.wingtra.ch

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