Schienenschleifer für Tempo 80

High Speed Grinding (HSG) nennt sich das Verfahren, mit dem Vossloh Rail Services Gleisstrecken im laufenden Betrieb optimiert. Das Design des Schleifzuges kommt von Zweigrad aus Hamburg.

Plane Flächen kennzeichnen die Gestaltung der Fahrzeugköpfe des „High Speed Grinding“-Zuges von Vossloh. Das kantige Design stammt von Zweigrad aus Hamburg | Foto: Zweigrad

Plane Flächen kennzeichnen die Gestaltung der Fahrzeugköpfe des „High Speed Grinding“-Zuges von Vossloh. Das kantige Design stammt von Zweigrad aus Hamburg | Foto: Zweigrad

Schienen sind zwar langlebig, wollen aber regelmäßig gepflegt werden. Zum Beispiel mittels eines minimal abtragenden Schliffs, der die Oberfläche von aufgehärteten oder versprödeten Bereichen befreit. 0,1 Millimeter reichen schon aus, um die Gleisanlagen präventiv vor größeren Schäden zu bewahren.

Waren derlei Arbeiten bislang mit einer Streckensperrung verbunden, so hat Vossloh Rail Services nun ein Verfahren und ein Spezialfahrzeug entwickelt, das sich in den laufenden Bahnbetrieb einreihen kann. Bis Tempo 80 ist der „HSG“ unterwegs, je nach Strecke und schiebender Lok.

Detail des Kopfes mit integrierten Leuchten, Tritten und Griffen | Foto: Zweigrad

Detail des Kopfes mit integrierten Leuchten, Tritten und Griffen | Foto: Zweigrad

Das Design dieses wohl in kleinsten Stückzahlen entstehenden Spezialfahrzeuges stammt von Zweigrad aus Hamburg. Die Arbeit des Designteams begann, als der große Teile der Wagenkästen bereits fertig waren und die Grundstruktur der Fahrzeugköpfe auch schon fixiert waren. Letztlich ging es um die Gestaltung des Interiors und des Exteriors der Köpfe sowie die Integration unterschiedlichster Elementen wie Griffe, Tritte, Leuchten und Schürzen. Nicht zu vergessen: Auch bei Grafik und Farbgebung war Zweigrad involviert.

Beim „HSG“ dominieren plane Flächen, die kantig aufeinanderstoßen. Da Vossloh für 2012 Stückzahlen von 5+x erwartet, waren aufwändige Freiformen wirtschaftlich nicht darstellbar. Also machte man bei Zweigrad aus der Not eine Tugend, überspitzte die Kantigkeit in manchen Bereichen gezielt, um so „schon von weitem Bissigkeit und Kraft“ zu visualisieren.

In den Köpfen befinden sich fünf Arbeitsplätze, die je nach Betriebszustand unterschiedlich besetzt sind. Im so genannten Einrichtbetrieb steht der Zug und drei Arbeiter wechseln die Schleifsteine. Im Schleifbetrieb dann befindet sich die gesamte Besatzung im Kopf – die Steinwechsler machen Pause, dazu kommt der eigentliche Betriebsführer und noch ein Mitarbeiter des Streckenbetreibers. „Die Herausforderung war die Kombination von Bedienarbeitsplatz, Schreibarbeitsplatz und Aufenthaltsbereich auf kleinstem Raum“, so Birte Jürgensen von Zweigrad. Und zugleich sollte der Blick auf den Schienenstrang frei sein. „Die Gestaltung erfolgte ähnlich wie bei Wohnmobilen und setzt auf Doppelnutzung von Möbeln sowie Stauraum.“

Link
www.zweigrad.de
www.vossloh-rail-services.com

Quelle
Zweigrad

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