Das Plastikmüll-Projekt – bis zum 23. September im Zücher Museum für Gestaltung
Plastiktüte, Kinderspielzeug, PET-Flasche, Lebensmittelverpackungen… Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat Kunststoff seinen Siegeszug durch die Konsumwelt angetreten. Was aber passiert mit einem Plastikprodukt nach dem Ende seines Lebenszyklus?
Ein großer Teil dieser Produkte – jedes Jahr mehr als 6,4 Millionen Tonnen – landet unkontrolliert in unserer Umwelt und irgendwann in unseren Meeren, um sich dort schleichend in eine globale Plastiksuppe zu verwandeln. Bereits heute gibt es keinen Quadratkilometer Meerwasser, der frei ist von Plastikteilen. Obwohl nur ein kleiner Teil davon an der Oberfläche treibt, bilden sich aufgrund der Meeresströmungen gigantische Plastikstrudel. Der größte befindet sich im Pazifik, dieser hat inzwischen eine Fläche größer als Mitteleuropa.
Da herkömmlicher Kunststoff biologisch nicht abbaubar ist, wird er in immer kleinere Stücke aufgebrochen und gelangt in die Nahrungskette. So finden wir den Müll am Ende auf unserem Teller wieder, mit gravierenden Konsequenzen für unsere Gesundheit.
Das Museum für Gestaltung Zürich richtet zusammen mit der Drosos Stiftung in der Ausstellung „Endstation Meer?“ den Fokus ans Ende der Gebrauchsgeschichte von Design – mit einer Installation von Plastikschwemmgut aus verschiedenen Weltmeeren. Kooperationspartner haben den Plastikmüll bei Strandsäuberungen auf Hawaii, an der Nordsee
und der Ostsee gesammelt. An den gezeigten Stücken lassen sich Herkunft, Lebenszyklus, Sinn und Unsinn der Plastikprodukte nachvollziehen. Neben rätselhaften Gegenständen aus der Fischereiindustrie findet man die Reste wohlbekannter Alltagsobjekte wie Plastikbecher oder Zahnbürsten, die sichtbare Spuren des Treibens im Salzwasser und des Zusammentreffens mit Meeresbewohnern aufweisen.
Darüber hinaus zeigt die Ausstellung den Hintergrund des Problems und seine fatalen Auswirkungen auf Meere, Tiere und Menschen. Die verbreitetsten Kunststoffe werden vorgestellt, Fragestellungen zu Konsum, gesundheitlichen Risiken, Mikroplastik, Materialkreisläufen oder Biokunststoffen beleuchtet. Außerdem werden lokale und internationale Lösungsansätze im Sinn von Reduzieren, Umnutzen oder Wiederverwerten präsentiert. Diese sollen zum Nachdenken und letztlich auch zum Handeln anregen. Die Grenzen und Möglichkeiten des Materials werden in der Designwerkstatt erkundet, die mit gebrauchtem Kunststoff experimentiert und versucht, Altes nachhaltig zu verwenden.
Nach Zürich wird die Ausstellung durch Europa touren und in weiteren Museen gezeigt. Die Tournee startet in den Niederlanden und führt über Deutschland und Finnland nach Dänemark.
Endstation Meer?
Museum für Gestaltung Zürich
Bis 23. September 2012
www.PlasticGarbageProject.org
Quelle
Museum für Gestaltung


