Endstation Meer

Das Plastikmüll-Projekt – bis zum 23. Sep­tem­ber im Zücher Museum für Gestaltung

Angeschwemmter Plastikmüll auf Kanapou, 2006 | Foto: NOAA/Marine Debris Program

Ange­schwemm­ter Plas­tik­müll auf Kana­pou, 2006 | Foto: NOAA/Marine Debris Program

Plas­tik­tüte, Kin­der­spiel­zeug, PET-Flasche, Lebens­mit­tel­ver­pa­ckun­gen… Seit Beginn des 20. Jahr­hun­derts hat Kunst­stoff sei­nen Sie­ges­zug durch die Kon­sum­welt ange­tre­ten. Was aber pas­siert mit einem Plas­tik­pro­dukt nach dem Ende sei­nes Lebens­zy­klus?
Ein gro­ßer Teil die­ser Pro­dukte – jedes Jahr mehr als 6,4 Mil­lio­nen Ton­nen – lan­det unkon­trol­liert in unse­rer Umwelt und irgend­wann in unse­ren Mee­ren, um sich dort schlei­chend in eine glo­bale Plas­tik­suppe zu ver­wan­deln. Bereits heute gibt es kei­nen Qua­drat­ki­lo­me­ter Meer­was­ser, der frei ist von Plas­tik­tei­len. Obwohl nur ein klei­ner Teil davon an der Ober­flä­che treibt, bil­den sich auf­grund der Mee­res­strö­mun­gen gigan­ti­sche Plas­tik­stru­del. Der größte befin­det sich im Pazi­fik, die­ser hat inzwi­schen eine Flä­che grö­ßer als Mitteleuropa.

Da her­kömm­li­cher Kunst­stoff bio­lo­gisch nicht abbau­bar ist, wird er in immer klei­nere Stü­cke auf­ge­bro­chen und gelangt in die Nah­rungs­kette. So fin­den wir den Müll am Ende auf unse­rem Tel­ler wie­der, mit gra­vie­ren­den Kon­se­quen­zen für unsere Gesundheit.

Das Museum für Gestal­tung Zürich rich­tet zusam­men mit der Dro­sos Stif­tung in der Aus­stel­lung „End­sta­tion Meer?“ den Fokus ans Ende der Gebrauchs­ge­schichte von Design – mit einer Instal­la­tion von Plas­tik­schwemm­gut aus ver­schie­de­nen Welt­mee­ren. Koope­ra­ti­ons­part­ner haben den Plas­tik­müll bei Strand­säu­be­run­gen auf Hawaii, an der Nord­see
und der Ost­see gesam­melt. An den gezeig­ten Stü­cken las­sen sich Her­kunft, Lebens­zy­klus, Sinn und Unsinn der Plas­tik­pro­dukte nach­voll­zie­hen. Neben rät­sel­haf­ten Gegen­stän­den aus der Fische­rei­in­dus­trie fin­det man die Reste wohl­be­kann­ter All­tags­ob­jekte wie Plas­tik­be­cher oder Zahn­bürs­ten, die sicht­bare Spu­ren des Trei­bens im Salz­was­ser und des Zusam­men­tref­fens mit Mee­res­be­woh­nern aufweisen.

Im Meer treibende Plastiksäcke: Griechenland, 2008 | Foto: Gavin Parson/Marine Photobank

Im Meer trei­bende Plas­tik­sä­cke: Grie­chen­land, 2008 | Foto: Gavin Parson/Marine Photobank

Dar­über hin­aus zeigt die Aus­stel­lung den Hin­ter­grund des Pro­blems und seine fata­len Aus­wir­kun­gen auf Meere, Tiere und Men­schen. Die ver­brei­tets­ten Kunst­stoffe wer­den vor­ge­stellt, Fra­ge­stel­lun­gen zu Kon­sum, gesund­heit­li­chen Risi­ken, Mikro­plas­tik, Mate­ri­al­kreis­läu­fen oder Bio­kunst­stof­fen beleuch­tet. Außer­dem wer­den lokale und inter­na­tio­nale Lösungs­an­sätze im Sinn von Redu­zie­ren, Umnut­zen oder Wie­der­ver­wer­ten prä­sen­tiert. Diese sol­len zum Nach­den­ken und letzt­lich auch zum Han­deln anre­gen. Die Gren­zen und Mög­lich­kei­ten des Mate­ri­als wer­den in der Desi­gnwerk­statt erkun­det, die mit gebrauch­tem Kunst­stoff expe­ri­men­tiert und ver­sucht, Altes nach­hal­tig zu verwenden.

Nach Zürich wird die Aus­stel­lung durch Europa tou­ren und in  wei­te­ren Museen gezeigt. Die Tour­nee star­tet in den Nie­der­lan­den und führt über Deutsch­land und Finn­land nach Dänemark.

End­sta­tion Meer?
Museum für Gestal­tung Zürich
Bis 23. Sep­tem­ber 2012
www.PlasticGarbageProject.org

Quelle
Museum für Gestaltung

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