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Vibrationstherapie mit Wellengang

Erst– und Rede­sign der The­ra­pie­ge­räte „Wel­len­gang“ durch Meyer-Hayoz Design Engineering

Die Wellengang-Produktfamilie auf einen Blick, rechts vorne das neue Modell „sit“ | Abb: Meyer-Hayoz Design

Die Wellengang-Produktfamilie auf einen Blick, rechts vorne das neue Modell „sit“ | Abb: Meyer-Hayoz Design

Her­stel­ler

Wel­len­gang GmbH, Ötis­heim

Design

Meyer-Hayoz Design Engi­nee­ring, Kon­stanz

Eine der ersten Entwurfsskizzen für die Tower-Komponente | Abb: Meyer-Hayoz Design

Eine der ers­ten Ent­wurfs­skiz­zen für die Tower-Komponente | Abb: Meyer-Hayoz Design

Das Pro­dukt

Mit Vibrations-Trainingsgeräten wer­den Regio­nen im mensch­li­chen Kör­per akti­viert, die für ein „kon­ven­tio­nel­les” Trai­ning nicht erreich­bar sind. Die Wellengang-Produkte wen­den sich sowohl an Heim­an­wen­der als auch Physio-Therapie-Einrichtungen, Fitness-Studios und Leistungssport-Zentren. Der Trai­nie­rende führt auf einer sanft vibrie­ren­den Platt­form unter­schied­li­che, ent­we­der sta­ti­sche oder dyna­mi­sche Übun­gen aus; durch die Schwin­gun­gen wer­den tief im Innern lie­gende Kör­per­zo­nen und feinste Mus­kel­grup­pen sti­mu­liert, die mit­tels übli­chem Kraft­trai­ning nicht gestärkt wer­den können.

Die Fre­quenz und Ampli­tude die­ser Schwin­gun­gen ist prä­zise ein­stell­bar. Weit ver­brei­tet sind Geräte, deren Tritt­flä­chen in der Ver­ti­ka­len (also nur auf und ab) schwin­gen. Damit stel­len diese jedoch – bei phy­sio­lo­gisch nicht abso­lut kor­rek­ter Anwen­dung – ein erheb­li­ches Gefähr­dungs­po­ten­tial dar.

Die Wellengang-Geräte unter­schei­den sich vom Wett­be­werb durch die sei­ten­al­ter­nie­rende Art der Bewe­gung, ver­ein­facht gesagt: ihr Auf­bau gleicht einer Wippe. Jedoch, und dies ist das Ent­schei­dende und wurde ent­spre­chend inter­na­tio­nal paten­tiert, ist die Dreh­achse der Vibra­ti­ons­platte hier nicht starr, son­dern mit­tels nach­gie­bi­ger Feder-Elemente fle­xi­bel gela­gert. Das ermög­licht eine kon­trol­lierte seit­li­che Aus­len­kung: Die Trai­nings­platt­form führt also eine drei­di­men­sio­nale, die Wir­bel­säule scho­nende Bewe­gung aus.

Beispiel für das Training am Wellengang-Modell „excellence“ mit Seilsystem | Abb: Meyer-Hayoz Design

Bei­spiel für das Trai­ning am Wellengang-Modell „excel­lence“ mit Seil­sys­tem | Abb: Meyer-Hayoz Design

Desi­gnvor­ga­ben

Die Modelle der Vorgänger-Marke „Qio­nic“ erschie­nen dem Kun­den gestal­te­risch nicht mehr zeit­ge­mäß und für eine Plat­zie­rung im geho­be­nen Preis­seg­ment unge­eig­net. Der kon­struk­tive Auf­bau war zu kom­plex und die Mon­tage immens zeit­auf­wän­dig. Im Zuge der Neu­aus­rich­tung wurde zugleich auch eine neue Marke mit bewusst deut­scher Namens­ge­bung kreiert.

Desi­gnauf­trag

Meyer-Hayoz Design Engi­nee­ring erhielt den Auf­trag auf­grund der sehr erfolg­rei­chen Arbeit am Pro­jekt „pre­mion line by SVG”. Die Kennt­nisse und spe­zi­fi­schen Erfah­run­gen aus der Arbeit an die­sen Kraft-Fitness-Trainingsgeräten konn­ten ideal für das Vibrations-Trainings-Projekt ein­ge­setzt werden.

Desi­gn­be­schrei­bung

Die Idee: Das Haupt-Volumen wird durch eine tun­nel­ar­tige Ein­schnü­rung ver­schlankt; dies visua­li­siert die Wippe und lässt den Kor­pus leich­ter erschei­nen. Alle Ecken sind weich abge­run­det und unter­stüt­zen den „sanf­ten” Ansatz, der mit der Marke Wel­len­gang auch sprach­lich ver­bun­den wird.

Das Resul­tat: Wegen der extre­men mecha­ni­schen Vibrations-Beanspruchungen wer­den die wellengang-Geräte kom­plett aus Metall gefer­tigt. Um mit die­sem Mate­rial eine die erklärte Phi­lo­so­phie tra­gende gestal­te­ri­sche Aus­sage zu tref­fen, wurde das Gehäuse in 6 bis 8 mm star­kem Blech aus­ge­führt und mit gro­ßen Bie­gera­dien ver­run­det. Dem Anspruch „Made in Ger­many” ent­spre­chend, unter­schei­den sich die Trai­nings­ge­räte von wel­len­gang durch diese Mate­ri­al­wahl deut­lich vom Wett­be­werb, der weit­ge­hend auf Gehäuse-Elemente aus Kunst­stoff setzt.

Mit dem neu entwickelten und gestalteten Modell „sit“ ist die Stimulation der Beine auch im Sitzen machbar | Abb: Meyer-Hayoz Design

Mit dem neu ent­wi­ckel­ten und gestal­te­ten Modell „sit“ ist die Sti­mu­la­tion der Beine auch im Sit­zen mach­bar | Abb: Meyer-Hayoz Design

Das Modell Wellengang „excellence med“ entspricht den Vorgaben des Medizin-Produkte-Gesetzes, hier in der Sonderfarbe Weiß | Abb: Meyer-Hayoz Design

Das Modell Wel­len­gang „excel­lence med“ ent­spricht den Vor­ga­ben des Medizin-Produkte-Gesetzes, hier in der Son­der­farbe Weiß | Abb: Meyer-Hayoz Design

Desi­gnab­lauf

1. Ana­lyse der beste­hen­den Qionic-Geräte und der Wettbewerbs-Produkte.

2. Kon­zep­tion einer gestal­te­risch über­zeu­gen­den, homo­ge­nen Pro­dukt­fa­mi­lie, die vom Ein­stei­ger­mo­dell bis zum High-End-Gerät und zer­ti­fi­zier­ten Medi­zin­pro­dukt das gesamte Bedarfs-Spektrum abdeckt.

3. Unter­su­chun­gen zur Fer­ti­gungs­tech­nik und blech­tech­ni­sche Umsetzung.

4. Beglei­tung bis zur Seri­en­reife und Markt­ein­füh­rung an inter­na­tio­na­len Fach­mes­sen (FIBO, Medica).

Visua­li­sie­rung

Visua­li­sie­rung der bei Meyer-Hayoz Design Engi­nee­ring erar­bei­te­ten Kon­zepte, Ent­würfe und Detail-Konstruktionen per 3D-CAD. Der Pro­to­ty­pen­bau erfolgte beim Kun­den gemäß den Anga­ben von Meyer-Hayoz Design Engineering.

Beson­dere Aspekte der Designlösung

Die Vibra­ti­ons­ge­räte sind auf pro­fes­sio­nel­len Ein­satz aus­ge­legt und müs­sen beson­ders hoch­wer­tig gefer­tigt sein, um den har­ten Anfor­de­run­gen Stand zu hal­ten, die wäh­rend einer lan­gen Lebens­dauer auf ihre Struk­tu­ren ein­wir­ken. Der Fokus lag daher auf einer stei­fen Kon­struk­tion. Der Design-Entwurf eines selbst tra­gen­den Chas­sis für Vibra­ti­ons­ein­heit und Tower gab die Rich­tung vor, der die Kon­struk­teure zu fol­gen hatten.

Indi­vi­du­elle Ein­stell­mög­lich­kei­ten an Trai­nings­ge­rä­ten sind prin­zi­pi­ell zu begrü­ßen; lang­jäh­rige Praxis-Erfahrungen konn­ten aber bele­gen, dass hier manch­mal weni­ger durch­aus mehr sein kann. So blei­ben bei­spiels­weise die Ver­stell­mög­lich­kei­ten des Seil­sys­tems meist unge­nutzt, weil sie vom Trai­nie­ren­den schlicht nicht ver­stan­den wer­den. Das Ergonomie-Konzept basiert daher auf all­ge­mein gül­ti­gen Grund­ma­ßen und erlaubt Ein­stel­lun­gen pri­mär dort, wo sie aus phy­sio­lo­gi­schen Grün­den erfor­der­lich sind.

Das Graphic User Interface ist bewusst einfach gehalten und gibt klar erkennbare Anweisungen für die anstehenden Übungen | Abb: Meyer-Hayoz Design

Das Gra­phic User Inter­face ist bewusst ein­fach gehal­ten und gibt klar erkenn­bare Anwei­sun­gen für die anste­hen­den Übun­gen | Abb: Meyer-Hayoz Design

Der Touchscreen-Monitor mit Gra­phi­cal User Inter­face zeigt klar struk­tu­rierte Übungs­an­wei­sun­gen mit sinn­vol­len Eingabe-Möglichkeiten. Über­sicht­li­che Trainings-Module mit gra­fi­schen Dar­stel­lun­gen der jewei­li­gen Übun­gen erleich­tern den Ein­stieg für Neu­linge. Pro­gramme für Fort­ge­schrit­tene und Erwei­te­rungs­mög­lich­kei­ten für den Ein­satz der Geräte im Leis­tungs­sport run­den das Software-Spektrum ab.

Mit dem Ein­stiegs­mo­dell „Wel­len­gang sit” wurde außer­dem eine neue Gerä­te­klasse geschaf­fen. Es bie­tet Akti­vie­rungs­mög­lich­kei­ten für Men­schen, für die ein Trai­ning im übli­chen Sinne gar nicht in Frage käme. Damit wer­den völ­lig neue Märkte erschlos­sen: Arbeit mit pfle­ge­be­dürf­ti­gen Per­so­nen, Ein­satz auf Kran­ken– und Intensiv-Stationen, Throm­bo­se­pro­phy­laxe bei län­ge­rem Sit­zen – „sit“ eige­net sich aber auch ein­fach als klei­nes Hilfs­mit­tel zur Ent­span­nung. Die­sen viel­fäl­ti­gen Ein­satz­ge­bie­ten wurde for­mal ent­spro­chen mit einer zurück­hal­ten­den Gestalt, die klare Kon­tu­ren zeigt und mit ihren wei­chen Abrun­dun­gen zugleich als ange­nehm und sym­pa­thisch wahr­ge­nom­men wird.

Markt­ein­füh­rung im Jahre 2012 im Rah­men der Messe Fibo, auch hier­für stammt das Kon­zept von Meyer-Hayoz Design | Abb: Meyer-Hayoz Design

Umfang der Designleistung

• Design-Strategie: Bera­tung bei der Marken-Entwicklung und Plat­zie­rung. Indus­trial Design: Alle Pha­sen der Produktdesign-Entwicklung.

• User Inter­face Design: Gestal­tung der Bedien­ober­flä­che. Kon­zep­tion und Usa­bi­lity Design der Nutzerführung.

• Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign: Print (Ent­wurf und Pro­duk­tion des wel­len­gang Produkt-Katalogs), Online (Bera­tung zum web-Auftritt), Bera­tung bei der Mediaplanung.

• Packa­ging Design: Ent­wurf und Detail­lie­rung einer Umhän­ge­ta­sche für das Klein­ge­rät „Wel­len­gang sit“; sie ersetzt die Kar­ton­ver­pa­ckung und wirkt damit auch lang­fris­tig als zusätz­li­cher Markenträger.

• Tem­po­räre Archi­tek­tur: Bera­tung bei der Gestal­tung der Messe-Auftritte.

Tech­ni­sche Innovationen

Die Mecha­nik basiert auf einer paten­tier­ten, sei­ten­al­ter­nie­ren­den Advan­ced Mul­ti­pen­ding Tech­no­logy (AMT) zur sanf­ten, gelenk­scho­nen­den Rich­tungs­um­kehr der Trainings-Plattform; sie bil­det auf natür­li­che Weise die Bewe­gung beim Lau­fen ab. Die soft­ware­ge­steu­erte auto­ma­ti­sche Frequenz-Modulation (”Stochastik”-Funktion) ver­hin­dert Gewöhnungs-Effekte durch mono­tone Gleich­för­mig­keit und stei­gert signi­fi­kant den Trai­nings­er­folg bei glei­chem zeit­li­chen Aufwand.

Links

www​.meyer​-hayoz​.com

http://​wel​len​gang​.com

www​.svg​-vibra​ti​ons​trai​ning​.de

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