EPP-Forum vergibt Preis
Neue Ideen mit expandiertem Polypropylen

Cool oder strange? Egal, der „Flexi-Helm“ umfasst auch Ohren und geht in den Nackenbereich hinab, integriertes EPP nimmt die Sturzenergie auf.
Es gibt Werkstoffe, die sind vielseitig, bieten allerlei Vorteile und neue Möglichkeiten – nur „sexy“ sind sie nicht. Dazu gehört zweifellos EPP, expandiertes, also geschäumtes Polypropylen, das in halbharten bis weich-elastischen Qualitäten zu haben ist. In der Verpackungs– und Autoindustrie nutzt man EPP häufig und gerne, aber sonst könnte mehr damit gemacht werden. Das jedenfalls denkt sich das EPP-Forum, ein Zusammenschluss von zwölf Unternehmen, und versucht das Material bekannter zu machen.
So lobte man also einen Designpreis aus, auf dass sich Kreative des Werkstoffes annehmen und sich neue Verwendungen ausdenken mögen. Gesagt, getan, am 20. April wurde bereits der zweite Preis vergeben. Aus 60 Vorschlägen bestimmte die Jury drei Preise und einen Sonderpreis.

Leicht, frei formbar und dazu noch warm innen: „piEPP“ nennt sich das Vogelhäuschen der nächsten Generation, ganz aus durchgefärbtem EPP. Dafür erhielten Julie Weideli und Leif Heidenreich den dritten Preis.
Der dritte Preis, mit 1000 Euro dotiert, ging an das deutsch-schweizerische Designer-Duo Julie Weideli und Leif Heidenreich für „piEPP“. Hinter dieser etwas affirmativ auf den Werkstoff anspielenden Bezeichnung verbirgt sich ein eigenwilliges Vogelhäuschen. Eigentlich kein Häuschen, sondern ein kristalliner Körper aus zwei Grundfläche an Grundfläche andockenden Pyramiden. Die Jury: „Komfortables Einflugstor, servicegerechte Lande– und Einfütterbahn, problemlos in Wartung und Erneuerung (…)“. Schön farbig sind die hängenden Futterplätze auch noch.

Ein kleines G hat Philipp Bruni in ein multifunktionales Möbelstück verwandelt. Seine Form ändert sich je nach Nutzung dank des elastischen Materialcharakters.
2000 Euro und der zweite Preis ging an den Italiener Philipp Bruni für „Little G“, ein Möbelstück, das mal Stuhl, Lounge-Sessel oder Tisch sein kann. Je nach Gebrauch sorgt die Elastizität des EPP dafür, dass sich die Form immer etwas verändert. Außerdem habe es Bruni geschafft, so die Jury, das eigentlich „blockische“ Material leicht wirken zu lassen.
Als optisch interessant und dazu noch ausgesprochen hilfreich lässt sich der erste Platz umschreiben. Ämilios Grohmann und André Kieker konzipierten einen Schutzhelm aus EPP, genannt „Flex-Helm“. Die Jury lobte dessen Leichtigkeit und die Mixtur aus sportlicher und technischer Anmutung, die für jugendliche Zielgruppen bestens geeignet sei. Das EPP übernimmt hier die dämpfende Funktion und soll einen etwaigen Aufprall ausreichend abmildern. Fraglich aber ist, ob die über die Ohrbereiche nach unten gezogenen Flanken wirklich hipp sind. Egal, der erste Preis ist verdient und mit 4000 Euro belohnt.

Zu witzig, um nur als sichere Aufbewahrung für gläserne Weihnachtskugeln zu dienen: „Schutzsphäre“ von Markus Bischof ist eigentlich mehr als eine Schutzhülle.
Kein Preisgeld erhielt leider „Schutzsphäre“, eine witzige Hülle zur Aufbewahrung von Weihnachtskugeln. Die aber ist bereits für sich skulptural genug, um den Baum der Bäume zu zieren – auch ohne Kugel innendrin. Die Jury erfreute sich an der skurrilen Idee und an der eigenwilligen Form der durchbrochenen Hüllkugel. Die Idee hatte Markus Bischof, er erhielt den Sonderpreis.
Link
www.epp-forum.com
Abbildungen
EPP-Forum
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