Brennstoffzellenflieger: Antares H3

Enorme 23 Meter weit soll die „Antares H3“ spannen, beachtenswert ist die große Flügelstreckung und die vier Behälter unter den Tragflächen. In ihnen befinden sich Brennstoffzellen und Wasserstofftanks | Abbildung: Lange Research Aircraft
Klimaneutral fliegen mit der „Antares H3“
2009 startete die „Antares DLR-H2“ erstmals mit einem Brennstoffzellenantrieb eigenständig vom Boden aus – und stellte nebenbei einen Höhenrekord von 2558 Metern auf. Das Flugzeug basiert auf einem Motorsegler der Lange Aviation und zeigt, das Fliegen mit Wasserstoff möglich ist.
Klimaneutrales Fliegen mit Wasserstoff
Jetzt geht das Projekt in die nächste Runde, mit einem neuen Flugzeug, das ungleich leistungsfähiger als sein Vorgänger sein soll. „Antares H3“ nennt sich das aktuell gestartete Vorhaben, bereits 2011 soll der Erstflug anstehen. „Antares H3“ erinnert zunächst an das bekannte Bild eines Hochleistungs-Segelflugzeuges mit T-Leitwerk, schlankem Rumpf und einer enormen Flügelstreckung. Allerdings befinden sich unter den 23 Meter weit spannenden Tragflächen vier stromlinienförmige Außenbehälter, in denen sich Wasserstoff und die Brennstoffzellen befinden. Beim Vorgängerflugzeug waren dort nur zwei Behälter zu finden. Auch der Antrieb selbst befindet sich an anderer Stelle, nämlich im T-Leitwerk integriert. Gegenüber dem verbreiteten, hinter der Kanzel ausfahrenden Klapptriebwerk ist diese Lösung ungleich aerodynamischer.

Der elektromotorische Antrieb wird sich aerodynamisch günstig im T-Leitwerk des Flugzeuges befinden. Mit seiner Silhouette erinnert die „Antares H3“ an ein Segelflugzeug, das Abfluggewicht von maximal 1,25 Tonnen setzt jedoch andere Maßstäbe | Abbildung: Lange Research Aircraft
6000 Kilometer Reichweite
Die „Antares H3“ soll eine Reichweite von bis zu 6000 Kilometern aufweisen, mehr als 50 Stunden in der Luft bleiben und dabei Nutzlasten von 200 Kilogramm stemmen können. Das Abfluggewicht beträgt dann satte 1,25 Tonnen – damit verlässt man eindeutig die Dimensionen des traditionellen Segelflugzeugbaus, was auch für Lange Research Aircraft eine Herausforderung bedeuten wird. Das Unternehmen aus Zweibrücken zeichnet für die Flugzeugzelle, die Gesamtintegration aller Systemteile und den Betrieb des Fliegers verantwortlich. Das DLR-Institut für Technische Thermodynamik in Stuttgart übernimmt die Entwicklung des modularen Brennstoffzellensystems und die wissenschaftliche Auswertung.
Klimaneutral fliegende Plattform
Mit der anvisierten langen Flugdauer kann die „Antares H3“ als klimaneutral fliegende Plattform für Kommunikations– oder Erkundungs– oder Überwachungsaufgaben dienen. In der ersten Ausbaustufe wird das Flugzeug durch einen Piloten navigiert, die zweite Stufe sieht einen unbemannten Betrieb vor. Das Projekt wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung initiierten Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie (NIP) gefördert.

Seit 2009 unterwegs: Die versuche mit der „Antares DLR-H2“ sind erfolgreich verlaufen. Hier die beiden Köpfe und Partner hinter dem Projekt, Axel Lange und Josef Kallo vom DLR-Institut (von links) | Foto: DLR
Link
www.dlr.de
www.lange-aviation.com
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