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Sensorhaut für Roboter

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Die berüh­rungs­sen­si­tive, künst­li­che Haut spürt einen Kon­takt sofort und ver­hin­dert unge­wollte Kol­li­sio­nen zwi­schen Mensch und Robo­ter | Foto: Bernd Liebl / Fraun­ho­fer IFF

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Der berüh­rungs­sen­si­tive Fuß­bo­den­be­lag regis­triert jede Bewe­gung und initi­iert bei zu gro­ßer Annä­he­rung die Abschal­tung des Robo­ters | Foto: Fraun­ho­fer IFF

Druck­sen­si­tive Ober­flä­chen für mehr Sicher­heit

Im Jahre 2008 schon hat das Mag­de­bur­ger Fraunhofer-Institut IFF ein tak­ti­les Sen­sor­sys­tem für den Assis­tenz­ro­bo­ter „Lisa“ ent­wi­ckelt und zum Patent ange­mel­det. Inzwi­schen ist das Sys­tem so weit, dass es sich nicht nur für Robotik-Anwendungen eignet.

Diese künst­li­che Haut auf der Ober­flä­che des Robo­ters besteht aus einem Ver­bund von leit­fä­hi­gem Schaum­stoff, Tex­ti­lien und einer intel­li­gen­ten Aus­wer­te­elek­tro­nik. Letz­tere regis­triert, wo die sen­si­tive Flä­che berührt wurde und unter­schei­det zwi­schen sanf­ten oder kräf­ti­gen Kon­tak­ten. In die Haut imple­men­tierte Sen­sor­zel­len, deren Form und Größe je nach Ein­satz­fall vari­ie­ren kann, detek­tie­ren jede Berüh­rung. Je höher die Anzahl der Sen­sor­zel­len, desto genauer kann der Kol­li­si­ons­punkt bestimmt wer­den. Ein Sen­s­or­con­trol­ler ver­ar­bei­tet die Mess­werte und lei­tet sie an den Robo­ter, wahl­weise auch an einen Rech­ner, eine Maschine oder eine Pro­duk­ti­ons­an­lage weiter.

Mit der Tech­no­lo­gie, die auch neu­ar­tige Sen­sor­bö­den mög­lich macht, wird zunächst ange­peilt, Indus­trie­ro­bo­ter auch ohne Schutz­zäune ein­zu­set­zen. Annä­he­run­gen von Men­schen kön­nen dann zuver­läs­sig detek­tiert und ent­spre­chende Stopp-Befehle an den Robo­ter gege­ben wer­den. „Mit groß­flä­chi­gen Fuß­bo­densen­so­ren defi­nie­ren wir Sicher­heits­zo­nen, die der Mensch nicht betre­ten darf“, sagt Mar­kus Fritz­sche, Wis­sen­schaft­ler am IFF. Inte­grierte Dämp­fungs­ele­mente schwä­chen etwaige Kol­li­sio­nen zusätz­lich ab, indem sie Stöße abfedern.

Die tak­tile Haut funk­tio­niert aber auch als Ein­ga­be­me­dium, um Robo­ter zu füh­ren. Dabei werde die Berüh­rung in Bewe­gung umge­setzt. Berührt man den Robo­ter, ver­sucht er, dem Druck aus­zu­wei­chen. „Selbst einen 200 Kilo schwe­ren Robo­ter kann ich auf diese Weise in die gewünschte Rich­tung schie­ben«, so Fritzsche.

Die künst­li­che Haut lässt sich auch an kom­plexe Geo­me­trien anpas­sen, dar­un­ter gekrümmte oder sehr große Flä­chen. Weil das Sys­tem sogar in ver­schie­de­nen Vari­an­ten mit dezi­dier­ten Eigen­schaf­ten von was­ser­dicht bis was­ser­dampf­durch­läs­sig vor­liegt, kann es auch in der Medi­zin­tech­nik oder der Pro­duk­tion zum Ein­satz kom­men. Oder in Pfle­ge­hei­men, um gestürzte Pati­en­ten sofort zu lokalisieren.

Link
www​.iff​.fraun​ho​fer​.de

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