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Ziviles Kipprotor-Flugzeug

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Wind­ka­nal­modell des Kipprotor-Flugzeuges im Rotor­ver­suchs­stand | Foto: DLR

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Die BA 609 ver­fügt über einen aus­ge­spro­chen schlan­ken Rumpf, wäh­rend die Motor­gon­deln an den Trag­flä­chen gewöh­nungs­be­dürf­tig sind | Foto: Bell-Agusta

Das DLR unter­sucht die tech­ni­schen Rah­men­be­din­gun­gen für ein Tiltrotor-Aircraft

Ein Kipprotor-Flugzeug ist eine Mischung aus Heli­ko­pter und kon­ven­tio­nel­len Starrflügel-Flugzeug – und ver­eint die posi­ti­ven Eigen­schaf­ten bei­der Sys­teme. Das bedeu­tet: Senk­rech­tes Star­ten und Lan­den bei kom­for­ta­blem wie schnel­lem Hori­zon­tal­flug. Wäh­rend die Höchst­ge­schwin­dig­keit eines Hub­schrau­bers rein phy­si­ka­lisch auf etwa 300 km/h begrenzt ist, könnte das Kipprotor-Projekt des DLR der­einst mit Tempo 650 unter­wegs sein. Aller­dings wohl erst am Ende die­ses Jahrzehntes.

Bis der erste Ver­suchs­flie­ger in die Luft gehen kann, ste­hen noch kom­plexe Vor­un­ter­su­chun­gen an, die das aero­dy­na­mi­sche Ver­hal­ten ergrün­den sol­len. Beson­de­res Augen­merk liegt dabei auf dem Übergang zwi­schen Ver­ti­kal– und Hori­zon­tal­flug, bei dem die mit gro­ßen Pro­pel­lern ver­se­he­nen Antriebe geschwenkt wer­den. Der­zeit begin­nen Wind­ka­nal­mes­sun­gen, mit denen auch das Flat­ter­ver­hal­ten der Pro­peller­gon­deln geprüft wer­den soll. Die­ses Whirl-Flattern ist als kri­ti­sches Ver­hal­ten von Til­tro­to­ren bekannt.

All dies läuft im Rah­men des EU-Projektes „Nice­trip“, das auf ein neu­ar­ti­ges Kurzstrecken-Flugzeug hin­aus­läuft, das auch von Punkt-Landeplätzen star­ten kann – mit einem Abflug­ge­wicht von rund zehn Ton­nen und Platz für 22 Passagiere.

Kipprotor-Fluggeräte sind prin­zi­pi­ell nicht neu – schon lange arbei­ten Ent­wick­ler an die­sen hybri­den Flie­gern. Eines der ers­ten Pro­jekte war die XV-3 von Bell, das im August 1955 erst­mals abhob. Wei­tere Expe­ri­men­tal­flug­zeuge folg­ten, dar­un­ter die von 1966 bis 1984 erprobte Bell X-22 mit vier schwenk­ba­ren Man­tel­pro­pel­lern an kur­zen Trag­flä­chen. Beide Modelle gel­ten als Vor­läu­fer der V-22 „Osprey“, dem ers­ten Serien-Kipprotor-Flugzeug, das aber rein mili­tä­risch kon­zi­piert ist und zahl­rei­che Rück­schläge ein­ste­cken musste, bis 2006 die ers­ten Flug­zeuge zu den US-Marines kamen.
Das erste zivile Kipprotor-Modell kommt aus dem Hause Bell-Agusta, nennt sich BA 609, flog erst­mals 2003 und bie­tet Platz für sechs bis neun Pas­sa­giere. Momen­tan befin­det sich der Flie­ger im Zulas­sungs­ver­fah­ren, Seri­en­start soll 2011 sein.
Wäh­rend die „Osprey“ ein eher plum­pes Flug­ge­rät mit geräu­mi­gem Rumpf dar­stellt, ist die BA 609 aus­ge­spro­chen schlank und soll eine Rei­se­flug­ge­schwin­dig­keit von 506 km/h bie­ten. Bei­den Typen sind jedoch die gro­ßen Motor­gon­deln an den Enden der Trag­flä­chen gemein, die das Erschei­nungs­bild gewöh­nungs­be­dürf­tig machen.

Links
www​.dlr​.de
www​.bel​l​au​gusta​.com

www​.boe​ing​.com


Fotos
Bell-Agusta, Boe­ing, DLR

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