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Herausforderung Internationalisierung

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cross_culture_brandingDie Tagung zur Glo­ba­li­sie­rung: „cross cul­ture bran­ding“ – ein Nachbericht

Mit der Ver­an­stal­tung erkun­dete das Design Cen­ter Stutt­gart die Her­aus­for­de­run­gen des glo­ba­len Mark­tes an Gestal­tung und Kom­mu­ni­ka­tion. „Wel­che Spiel­re­geln müs­sen Pro­dukt­ge­stal­ter, Mar­ke­tiers und Unter­neh­mer bei der Ver­mark­tung ihrer Pro­dukte im Aus­land beach­ten? Inwie­weit müs­sen Mar­ken­in­halte und Pro­dukte für unter­schied­li­che Märkte ange­passt wer­den? In wel­chem Maße ist es sinn­voll, natio­nale Aspekte von Mar­ken­ker­nen bewusst zu trans­por­tie­ren?“ so Sabine Lenk, Lei­te­rin des Design Cen­ter Stuttgart.

Mit die­sen und vie­len ande­ren Fra­ge­stel­lun­gen setz­ten sich die Exper­ten in ihren Bei­trä­gen und drei zusätz­li­chen Panels aus­ein­an­der. Knapp 170 Kon­fe­renz­teil­neh­mer waren am 17. Juni in Stutt­gart dabei, rund 38 Pro­zent davon Desi­gnern und 31 Pro­zent Ver­tre­ter des mit­tel­stän­di­schen pro­du­zie­ren­den Gewerbes.

Mit sie­ben The­sen an den Start
Gleich­sam als Basis-Vortrag, der schon zum Ein­stieg viel Dis­kus­si­ons­stoff lie­ferte, refe­rierte Dr. Jür­gen Häus­ler von Inter­brand über die Bedeu­tung von Mar­ken für Gesell­schaf­ten und Natio­nen. Häus­ler ging am Bei­spiel Schwei­zer Mar­ken auf die kom­ple­xen Bezüge zwi­schen Mar­ken und ihrer geo­gra­fi­scher Her­kunft ein. So steht die Schweiz für teure Qua­li­tät und Tra­di­tion, nicht aber für preis­werte tren­dige Inno­va­tion. Ein natio­na­les Image, das lang­le­big und nicht steu­er­bar ist und auch von Bei­spie­len wie der Marke Swatch nicht nach­hal­tig ver­än­dert wer­den konnte. Häus­ler zeigte die Optio­nen und die Risi­ken auf, das Ursprungs­land einer Marke im inter­na­tio­na­len Kon­text stra­te­gisch ein­zu­set­zen – und for­mu­lierte dazu sie­ben The­sen.
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These 1
„Cross cul­ture bran­ding“ the­ma­ti­siert vor­der­grün­dig das Ver­hält­nis von natio­na­ler Mar­ken­her­kunft und inter­na­tio­na­lem Markt­er­folg. Dies ist aber sicher zu eng gefragt: „Kul­tu­ren“ sind ein grund­sätz­li­che­res Thema als „Natio­nen“, „Mar­ken“ mehr als „Exporterfolge“.

These 2
Da Natio­nen Mar­ken his­to­risch weit vor­aus­ge­hen, gehen wir in der Regel von der Annahme aus, dass „Natio­nen Mar­ken machen“, dass also die natio­nale Her­kunft zum Mar­ken­er­folg bei­trägt (oder eben nicht). Das Signet „Made in Ger­many“ (oder inter­na­tio­nale Äqui­va­lente wie „Swiss­made“) for­mu­liert diese Schlüsselidee.

These 3
Aus Mar­ken­sicht ist „natio­nale Herkunft“eine fik­tio­nale Kon­struk­tion und nicht eine biografisch-geografische Wahr­heit. Die jewei­li­gen Bau­pläne der natio­na­len Her­kunft von Mar­ken vari­ie­ren sehr stark.

These 4
So führt aus Mar­ken­sicht die natio­nale Her­kunft zunächst zu ver­schie­de­nen unter­schied­li­chen stra­te­gi­schen Optio­nen: wie stark wird in der Posi­tio­nie­rung auf die natio­nale Her­kunft gesetzt?

These 5
So vari­iert aus Mar­ken­sicht die natio­nale Her­kunft kon­zep­tio­nell hin­sicht­lich der genutz­ten Werte: wel­che Aspekte und Ele­mente der natio­na­len Iden­ti­tät wer­den genutzt?

These 6
So kon­kre­ti­siert sich aus Mar­ken­sicht die natio­nale Her­kunft ope­ra­tio­nal in der Umset­zung: wie und wo wird die natio­nale Her­kunft in der Kom­mu­ni­ka­tion eingesetzt?

These 7
Da Mar­ken in moder­nen Gesell­schaf­ten zuneh­mend zu mäch­ti­gen sozia­len Insti­tu­tio­nen wer­den, muss die ursprüng­li­che tra­di­tio­nelle Annahme zumin­dest als Frage umfor­mu­liert wer­den: Machen Mar­ken Nationen?

Die wei­te­ren Exper­ten
Jochen Räde­ker, Chef der Stutt­gar­ter Agen­tur für Kom­mu­ni­ka­tion Strich­punkt, for­derte anhand von 10 gän­gi­gen Vor­ur­tei­len gegen­über Deutsch­land und den Deut­schen dazu auf, mit die­sen Bil­dern des deut­schen Images bewusst spie­le­risch umzu­ge­hen bezie­hungs­weise sie zu kon­ter­ka­rie­ren.
Ste­fan Huml, Ver­triebs­lei­ter der Nim­bus Group, schil­derte die Chan­cen und Pro­bleme des schnel­len Wachs­tums eines jun­gen Unter­neh­mens auf dem inter­na­tio­na­len Markt. Für Mar­ken­pu­ris­ten sei es nicht immer leicht zu schlu­cken, wenn Ver­triebs­part­ner ihr eige­nes Erschei­nungs­bild ein­brin­gen.
Chris­tian Labonte, Lei­ter Designstra­te­gie und Kom­mu­ni­ka­tion von Audi, gab Ein­bli­cke in das Gestal­tungs­kon­zept des Welt­pro­dukts Auto­mo­bil, das keine län­der­spe­zi­fi­sche Anpas­sun­gen erfährt: One brand, one pro­duct ever­y­where.
Stra­te­gien zur Modi­fi­zie­rung von Pro­duk­ten für ein­zelne Kul­tur­kreise stellte Chris­tian Jurke vor, bei desi­gnaf­fairs Mün­chen zustän­dig für Inte­gra­ted Bran­ding and Design Stra­te­gie. Er ging auf die unter­schied­li­che Wahr­neh­mung von Design ein und die damit ver­bun­de­nen Her­aus­for­de­run­gen, Chan­cen und Untie­fen der kul­tu­rel­len Unter­schiede im glo­ba­len Kon­su­men­ten– bzw. Produktmarkt.

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Panels am Nach­mit­tag
Die Panels  boten die Mög­lich­keit mit aus­ge­wie­se­nen Exper­ten einen inten­si­ve­ren Blick auf die Märkte Ame­rika und China zu wer­fen sowie wie­derum mit Chris­tain Jurke Metho­den zur Mes­sung von Pro­dukt­wahr­neh­mung näher ken­nen zu ler­nen. Mar­kus Wild von Wild Design mit Depen­dance in Shang­hai, spielt immer wie­der die Rolle des inter­kul­tu­rel­len Desi­gn­ver­mitt­lers für deut­sche Unter­neh­men auf dem chi­ne­si­schen Markt und gab auf­schluss­rei­che Ein­bli­cke in diese Koope­ra­tio­nen. Roland de Fries, Kuy­pers Bran­ding New York, über­nahm die­sen Part für die Kom­mu­ni­ka­tion in den USA und ging auf die Fra­gen ein: Wel­che Situa­tion fin­den mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men vor, wenn sie auf dem ame­ri­ka­ni­schen Markt ein­stei­gen wol­len? Was ist zu beden­ken, wel­che Feh­ler sind zu vermeiden?

Links
www​.design​-cen​ter​.de
www​.laub​stein​-design​-manage​ment​.de

Fotos
Design Cen­ter Stuttgart

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