Hitzbeständiger Kunststoff

Kunststoff für heiße Angelegenheiten: Das Polyamid „Ultramid Endure“ bildet im gegensatz zu konventionellen Polyamiden (oben) eine schützende Oberflächenschicht aus (unten) | Foto: BASF
Auf Dauer auch bei 220 Grad Celcius stabil: „Ultramid Endure“
Im Fahrzeugbau werden immer mehr traditionelle Metallteile durch solche aus Kunststoffen ersetzt, weil diese in der Regel leichter und preiswerter sind. Bislang jedoch war der Einsatz in hitzebelasteten Bereichen, etwa dem Motorraum, eng begrenzt.
Mit dem glasfaserverstärkten Polyamid „Ultramid Endure“ könnte sich dies ändern. Denn laut Hersteller BASF ist das Material auf Dauertemperaturen bis 220 Grad Celcius belastbar und akzeptiert Spitzentemperaturen bis 240 Grad Celcius. Selbst nach 3000 Stunden bei 220 Grad Celcius sollen die Festigkeitswerte ausreichend hoch sein – Polyamid 66/6 oder Thermoplaste wie PPA zeigen hingegen schon nach relativ kurzer Zeit deutlich geringere Werte.
Der Grund für diese Stabilität: „Ultramid Endure“ bildet eine geschlossene Oberflächenschicht aus, die den Kunststoff vor Angriffen durch Sauerstoff schützt. Bei PA 66 frisst hingegen der Sauerstoff schon nach 1000 Betriebsstunden bei 220 Grad Celcius Kanäle in die Oberfläche, die dann sukzessive den Weg in tiefere Schichten öffnen. Außerdem soll der materialinterne Stabilisierungsmechanismus auch die glasfaserarmen Schweißnähte haltbarer machen.
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