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Leuchtende Flächen

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Sanft schim­mernd: Die als Decken– und Tisch­leuchte prä­sen­tierte OLED-Prototypen „O’Leaf“ von Modular-Lighting auf der Messe „Light+Building“. Der Ent­wurf stammt von Couvreur&Devos, ver­wen­det wer­den „Lumiblade“-Module von Phi­lips | Foto: zwomp

Die ers­ten OLED-Module sind auf dem Markt.

Gerade erst erlebte die Leucht­di­ode ihren gro­ßen Durch­bruch auf der dies­jäh­ri­gen Messe „Light+Building“, da steht schon die nächste Licht­tech­no­lo­gie kurz vor dem Start. Die Orga­ni­schen Leucht­di­oden, kurz OLEDs, gel­ten neben der LED als Leucht­mit­tel der Zukunft. Beide Tech­ni­ken könn­ten sich in weni­gen Jah­ren schon ideal ergän­zen, denn die LED ist in ihrer Cha­rak­te­ris­tik eine Punkt­licht­quelle, wäh­rend die OLED einen Flä­chen­strah­ler darstellt.

Noch befin­det sich die OLED in einem erwei­ter­ten Pro­to­ty­pen­sta­dium, auch wenn Osram und Phi­lips bereits erste Klein­se­ri­en­mo­dule feil bie­ten. Und die ers­ten Desi­gner machen sich auch schon daran, mit OLED-Modulen zu arbei­ten. Zum Bei­spiel Ingo Mau­rer oder Tom Dixon.

Sim­pel dar­ge­stellt, besteht eine OLED aus meh­re­ren, extrem dün­nen Poly­mer­fo­lien zwi­schen zwei elek­trisch lei­ten­den Kon­takt­flä­chen, der metal­li­sier­ten und damit reflek­tie­ren­den Rück– sowie der trans­pa­ren­ten Vor­der­seite. Wird nun eine Span­nung ange­legt, dann begin­nen Elek­tro­nen in den Poly­mer­schich­ten zu wan­dern, beim Rekom­bi­nie­ren der Elek­tro­nen wird Ener­gie frei und als Licht abge­ge­ben. Je nach Arran­ge­ment der Poly­mer­schich­ten kann die Licht­farbe gesteu­ert wer­den – für weiße OLEDs arbei­ten bei­spiels­weise rot, grün und blau leuch­tende Schich­ten überein­an­der. Die Her­stel­lung erfolgt unter Reinraum-Bedingungen, da kleinste Ver­un­rei­ni­gun­gen die Lebens­dauer ver­kür­zen. Die ist der­zeit ohne­hin noch zu kurz: 5000 Stun­den gibt Osram für sein Modul „Orbeos“ an. Die­ser Wert liegt zwar deut­lich über dem einer gewöhn­li­chen Glüh­birne, aber ange­sichts der (noch) hohen Kos­ten für ein Modul reicht der jet­zige Wert noch lange nicht aus. „Wir sind momen­tan mit der OLED in einer ähnli­chen Situa­tion wie mit der LED vor acht Jah­ren“, erläu­tert Dr. Chris­toph Gärditz von Osram Opto Semi­con­duc­tors. Das mit­tel­fris­tige Ziel von Osram sind 10.000 bis 20.000 Stun­den, das EU-Förderprogramm „OLED100“ peilt gar 100.000 Stun­den an.

Die Lebens­dauer hängt unter ande­rem von der Sta­bi­li­tät der orga­ni­schen Mole­küle ab – und wie gut sich die OLED ver­kap­seln lässt. Denn Sau­er­stoff und Feuch­tig­keit scha­den der poly­me­ren Schich­tung.
Auch an der Effi­zi­enz wird noch gefeilt. „Orbeos“ bringt 25 Lumen/Watt, im Labor erreichte man schon 90lm/W, das Ziel sind 100 lm/W. Zum Ver­gleich: Eine Halogen-Glühbirne bringt 24 lm/W, eine Allgebrauchs-Glühbirne 18 lm/W. Nova­led prä­sen­tierte auf der Ligh+Building sogar eine 15×15 Zen­ti­me­ter große OLED mit 30 lm/W – bei 20.000 Stun­den Laufzeit.

Und noch etwas haben die For­schungs­ab­tei­lun­gen der gro­ßen Her­stel­ler im Blick: die groß­flä­chige, trans­pa­rente OLED. In zwei bis drei Jah­ren könnte die auf den Markt kom­men und sich dafür eig­nen, Fens­ter in der Nacht zum Flä­chen­strah­ler zu machen. Und mit fle­xi­blen Sub­stra­ten statt dün­nen Glas­plat­ten soll die OLED auch drei­di­men­sio­nal ver­form­bar werden.

Der­zeit steht das im Durch­mes­ser 8 Zen­ti­me­ter große „Orbeos“-Modul mit hor­ren­den 215 Euro in der Osram-Liste. Die­ser Preis jedoch resul­tiere laut Gärditz unter ande­rem in den noch gerin­gen Pro­duk­ti­ons­men­gen und den klein­char­gi­gen Roh­stof­fen. Das Pro­gramm „OLED100“ wie­derum sieht vor, die Kos­ten auf 100 Euro je Qua­drat­me­ter zu reduzieren.

Wäh­rend die ers­ten Leuch­ten­stu­dien mit OLEDs beein­dru­cken, geben sich die Seri­en­her­stel­ler von Leuch­ten gelas­sen. „Wir beob­ach­ten das mit viel Inter­esse, aber die OLED muss erst noch wei­ter beforscht wer­den“, nimmt Diet­rich Bren­nen­stuhl von Nim­bus Stel­lung. „Wir kon­zen­trie­ren uns der­zeit auf die LED.“ Ähnlich sieht man die Situa­tion auch bei Erco, bei Tri­lux hin­ge­gen erstellte man die Kon­zept­stu­die „Enspiro“. Die Büro-Deckenleuchte besteht aus 20 trans­pa­ren­ten, jeweils 10×10 Zen­ti­me­ter gro­ßen OLED-Modulen. Aller­dings bleibt es bei vor­erst bei der Stu­die – zu teuer und begrenzte Ver­füg­bar­kei­ten ste­hen der Serie noch entgegen.

Links
www​.osram​-os​.com
www​.nova​led​.com
www​.light​ing​.phi​lips​.com
www​.ben​wirth​.de
www​.ingo​-mau​rer​.com
www​.super​mo​du​lar​.com

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Fotos
Osram, Phi­lips, Ingo Mau­rer, Ben­wirth, Nova­led, Modu­lar, Tri­lux, zwomp

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