Einsteiger: Clemens Auer

Mit „Dentris“ kommt der Zahnarzt zum Patienten, wenn der nicht mehr in die Praxis kann. Das Gerät vereint erstmals alle Funktionen für die mobile Zahnbehandlung und ist auch ergonomisch auf der Höhe der Zeit | Abbildung: Clemens Auer
„Dentris“ dient als helfende Hand des mobilen Zahnarztes und erlaubt die direkte Behandlung von Patienten in ihrem Pflegebett. Es nutzt die vorhandene Umgebung vor Ort und garantiert dem Zahnarzt wie dem Patienten die bestmögliche und stressfreie Behandlung zu Hause.
„Dentris“ ist vollausgestattet und autark, leicht, robust, wetter- und outdoor-fest, einfach zu transportieren, erlaubt raschen Aufbau für die Behandlung und unterstützt leichte Reinigung und Wartung. Die Ergonomie war der Fokus der Arbeit – und zugleich der Knackpunkt bei der Entwicklung einer mobilen Zahneinheit.
Die Chancen aus Sicht des Patienten: Stopp des physischen Verfalls, Angst vor dem Zahnarzt lindern, Rentabilitätsgedanken im Alter überwinden („ich lebe ohnehin nicht mehr lange”), anstrengenden bzw. schmerzhaften Transport vermeiden (schwaches Herz-Kreislaufsystem), mögliche entwürdigende Situationen vermeiden (beim Umlagern, Transport in die Praxis).
Vorteile aus Sicht des Zahnarztes: Entwicklung neuer Betätigungsfelder (Visite), mehr Patienten, Professionalisierung von Do-it-yourself-Equipment, ausschließlich mobil arbeitende Zahnärzte sparen Praxis-/Einrichtungs-/Fixkosten.
Pluspunkte aus gesellschaftlicher Sicht: Gesellschaft altert, immer mehr Pflegepatienten, immer mehr alte Menschen behalten eigene Zähne (Hygienefortschritt), Prävention und Vermeidung von teuren Folgetherapien, Kostensenkung im Vergleich zu Praxisbesuchen.
Die Entwicklung zu „Dentris“ begann während meines Zivildienstes beim Roten Kreuz. Unzählige Situationen, in denen alte und kranke Menschen mühsam und mitunter notgedrungen entwürdigend zu Diagnose und Behandlung gekarrt wurden, in Arztpraxen ohne Lift, dafür engen Treppenhäusern.
Nachdem ich mich unter Zahnärzten umgehört hatte, wie sie mit bettlägerigen Patienten umgehen würden, wurde klar, dass verfügbare mobile Einheiten unvollständig sowie problematisch in der Handhabung seien. Deshalb gibt es oft Ausrüstungen der Marke Eigenbau. Ein Statement der Bayrischen Landeszahnärztekammer unterstützte diesen Eindruck eindeutig.
Ich entwickelte „Dentris“ mit der Hilfe von Zahnärzten und Pflegerinnen als mein Diplomarbeitsprojekt; Research, Ideation, physisches und digitales Modelling fanden 2007 statt. Die Überarbeitung und Verbesserung des Designs in 25 Aspekten erfolgte dann 2008/09.
Ursprünglich nur als Diplomarbeit gedacht, war „Dentris“ 2009 beim weltweit höchstdotierten Designaward, dem INDEX:Award nominiert, außerdem während der Vienna Designweek als Debut Selected Finalist zu sehen. Ein namhafter Dentalhersteller hat bereits Interesse angemeldet. Obwohl nur als Designkonzept existent, fragen regelmäßig Zahnärzte aus aller Welt an, wo „Dentris“ zu haben sei.
Hochschule
FH Johanneum Graz; Department of Industrial Design
Betreuer: Gerhard Heufler
www.fh-johanneum.at/ide
Kontakt
mail(at)clemensauer.at
www.clemensauer.at
Abbildungen / Fotos / Text
Clemens Auer
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Schöne Diplomarbeit und Internetauftritt