Einsteiger: Christian Förg

Auf dem Schnellweg legt „Speedway“ Langstrecken per elektrischem Linearmotor zurück | Abbildung: Christian Förg / Lumod
Auch wenn 92 Prozent aller automobil zurückgelegten Strecken nicht weiter als 100 Kilometer reichen, wollen wir ein Fahrzeug, das uns bei Bedarf möglichst weit bringt. Zugleich tun sich alternative Konzepte, die exakt auf Kurzstrecken hin optimiert sind, schwer im Markt, also auch Elektromobile mit ihrer eingeschränkten Batteriekapazität.
Christian Förg hat sich in seiner Diplomarbeit (WS 2009, Hochschule München) mit genau dieser seltsamen Situation auseinandergesetzt – und ein Konzept erdacht, das Lang– und Kurzstrecke verbindet, keine proprietäre oder neue Infrastruktur benötigt und fossile Treibstoffe überflüssig macht.
Das Ergebnis, betreut von Professor Othmar Wickenheiser, nennt sich „Speedway“ und basiert auf zwei elektrischen Antriebssystemen – ein batteriebetriebenes für Strecken bis 200 Kilometer und den urbanen Verkehr. Die Langstrecke auf der Autobahn wird mit Hilfe eines Linearmotors zurückgelegt. Dabei handelt es sich um ein System, das beispielsweise im Transrapid, in Flurförderfahrzeugen oder Werkzeugmaschinen zum Einsatz kommt. Im Gegensatz zu „normalen“ Elektromotoren, die Drehbewegungen erzeugen, erzeugt der Linearmotor eine geradlinige Bewegung. Das Fahrzeug stellt den Rotor dar, der Fahrweg bildet den Stator. Wird also im Fahrweg ein elektromagnetisches Wanderfeld erzeugt, beschleunigt dieses das darauf befindliche Fahrzeug, in dem sich also weder ein Antriebsmotor noch ein Energiespeicher befinden müssen. Damit schrumpfen Baugröße und Masse des Fahrzeuges, wie auch der Entwurf von Christian Förg zeigt. Es ist eine Art Transformer-Fahrzeug, das in der batteriebetriebenen Stadtversion „hochkant“ platzsparend unterwegs ist, auf dem Speedway hingegen im 90 Grad kippt und damit aerodynamischer und komfortabler Tempo macht.
Wichtig für Förg war bei seinem Konzept, dass sich die vorhandenen Verkehrswege nach entsprechender Ergänzung mit dem Wechselfeldträger nutzen lassen, auch von konventionellen Fahrzeugen. Eigenständige Fahrwege mit hohen Kosten und wenig Aussicht auf Realisierung sind damit nicht nötig.
Und auch das Laden der Batterie löst Förg: Die wird auf dem Speedway gleich mitversorgt.
„Speedway“, eigentlich als reine Diplomarbeit gedacht, ging inzwischen schon durch die internationale Presse, erntete höchst interessante Reaktionen, so dass Förg und seine beiden Kollegen vom gemeinsam gegründeten Büro Lumod nun in die nächste Entwicklungsphase gehen. Finden sich Investoren, dann werde das Konzept marktorientiert weiterentwickelt.
Links
www.lumod.com
www.design.hm.edu
Abbildungen
Christian Förg
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Sehr interessantes System mit spannendem Ansatz. Auf http://www.lumod.com findet man noch wesentlich mehr Informationen. Da sieht man, dass das ganze tatsächlich nicht rein utopische Zukunftsmusik ist.
Bin gespannt, wann derartiges tatsäschlich auf die Straße kommt.
EM