Biomaterial statt Titan

Schrauben für Implantate aus Bio-Material, das per Spritzguss verarbeitet werden kann. Entwickelt vom Fraunhofer-Institut IFAM | Foto: IFAM
Resorbierbares Bio-Material für Implantate.
Bis heute bestehen Schrauben zur Wiederherstellung von Bändern, Knochen und Gelenken aus Titan. Das ist zwar bio-kompatibel, muss aber nach einer gewissen Zeit wieder dem Körper entnommen werden.
Mit einem neuen Biomaterial, entwickelt am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen, entfällt der OP zur Entfernung des temporären Implantates. Das neue Material ermöglicht es, per Spritzguss bioaktive und resorbierbare Schrauben zu entwickeln, die robust genug sind, Knochenreparaturen zu ermöglichen.
Die Basis dafür bildet ein Komposit aus Polymilchsäure und Hydroxylapatit, ein keramisches Material, das Hauptbestandteil des natürlichen Knochenminerals ist. Der erhöhte Anteil an Hydroxylapatit unterstützt das Einwachsen des Knochens in das Implantat. Während sich herkömmliche Implantate aus Polymilchsäure innerhalb von 24 Monaten abbauen und Löcher im Knochen hinterlassen, unterstützt das neue Material die Knochenbildung.
Das Granulat kann im bekannten Spritzguss präzise verarbeitet werden, eine Nachbearbeitung mittels Fräsen ist nicht mehr notwendig. Für das Verdichten nach dem Spritzguss genügen Temperaturen um 140 Grad, während sonst der zehnfache Wert notwendig war. Die Druckfestigkeit ist mit über 130 Newton je Quadratmillimeter übrigens sehr nahe an der des natürlichen Knochens.
Link
www.ifam.fraunhofer.de
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