Negativer Bug ohne Wulst

Eines der jüngsten Spezialschiffe mit dem „X-Bow“ ist die „Sarah“ der Reederei Marine Subsea. 120 Meter lang dient es als multifunktionales Offshore-Konstruktionsschiff | Foto: Ulsteingroup
Der „X-Bow“ sorgt für sanftere Schiffsbewegungen auch bei hohen Wellen.
Vor allem Spezialschiffe für den Offshore-Einsatz baut die norwegische Werft Ulstein, seit 2005 mit negativen, sich nach oben zurücklehnenden Bugformen. Diese „X-Bow“ genannte Form sieht zwar wenig elegant aus, bietet aber offenbar einen deutlichen Komfortgewinn für die Besatzung. Und das ist im rauen Einsatz etwa in der nördlichen Nordsee ein wertvolles Argument.
Der „X-Bow“ beschreibt in der Seitenansicht eine Bogenform, wobei der Scheitelpunkt in etwa auf Höhe der normalen Wasserlinie liegt. Dadurch erhält das Vorschiff einen höheren Auftrieb als schlank geschnittene Bugversionen. Läuft das Schiff in eine Welle ein, dann macht sich dieser Auftrieb sofort bemerkbar, der Rumpf wird weich angehoben, die vertikalen Beschleunigungen reduzieren sich markant. Ein Bug mit Wulst hingegen baut den Auftrieb in der Welle viel später auf, die Stampfbewegungen sind entsprechend ruppiger und stärker. Der weit nach oben gezogene „X-Bow“ verhindert nach Angaben von Ulstein zudem den Wellenaufschlag auf das Vorschiff.
Auch bei widrigen Witterungsbedingungen kann so die Reisegeschwindigkeit beibehalten werden, außerdem soll sich der Treibstoffbedarf um 4–7 Prozent verringern. Und: Der Bugraum ist größer, bietet also mehr Stauraum, ein knappes Gut auf den Spezialschiffen.
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Ulsteingroup
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