Der Flettner-Rotor gestern und heute

Vom Wind angetrieben: Die Buckau mit zwei Flettner-Rotoren 1924 auf großer Fahrt. 1926 war das Schiff sogar in New York| Foto: Archiv SDTB
Anton Flettner war Mathematiklehrer und technischer Autodidakt – und dennoch erfand er einen eigenwilligen Antrieb, der Schiffe per Windkraft bewegte, aber ganz ohne Segel auskam. Der nach seinem Erfinder benannte „Flettner-Rotor“ nutzt den 1851 von Heinrich Gustav Magnus entdeckten Magnus-Effekt. Immer dann, wenn eine Luftströmung auf einen rotierenden Körper trifft, beginnt eine Kraft zu wirken, die das Schiff nach vorne zieht.
Flettners Antrieb funktionierte tadellos – 1926 bis 1929 war der Frachter Barbara mit seinen drei senkrechten Rotoren auf regulären Routen im Mittelmeer unterwegs. Doch weil damals die Segelschifffahrt endgültig vorüber und Treibstoff extrem billig war, war der Barbara und der kleinere Buckau nur ein kurzes Intermezzo auf dem Wasser beschert, die Rotoren bald wieder entfernt. Flettner widmete sich fortan der Konstruktion von Hubschraubern und einer bis heute gebauten Fahrzeugbelüftung.

Heute könnte das Flettner-Prinzip wieder aktuell werden. Noch in diesem Jahr soll das E-Ship 1 mit vier Rotoren in See stechen | Foto: Onno K. Gent
Das Technikmuseum zeigt nun in einer Sonderausstellung die Geschichte des eigenwilligen Antriebssystems – in Bildern, Filmen und Modellen. So ist neben der Buckau im Maßstab 1:50 auch ein neueres Versuchsexemplar präsent, ein 2006 an der Uni Flensburg gebauter Katamaran. Und verwiesen wird auch auf das E-Ship 1, das in diesem Jahr endlich „lossegeln“ soll. Eigner wird das Windkraftunternehmen Enercon sein. Angesichts schärferer Emissionsgrenzwerte und hoher Treibstoffkosten könnte der Flettner-Rotor durchaus als Zusatzantrieb interessant werden.
Der Flettner-Rotor – eine gescheiterte Innovation?
Deutsches Technikmuseum, Berlin; bis 1. August 2010
Link
www.sdtb.de
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