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Licht aus dem Halbleiter

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So sieht ein LED-Leuchtensystem aus: Pla­tine mit SMD-LEDs, Lin­sen und Dif­fu­sor | Foto: Erco

Lange galt die LED als halb­ga­res Leucht­mit­tel, jetzt aber kommt sie mit Rasanz.

Die anste­hende Messe Light+Building (11.-16. April in Frank­furt) bringt offen­bar den Durch­bruch der LED-Technik als Leucht­mit­tel für die all­ge­meine Innen­raumer­hel­lung. Jeden­falls dürf­ten sich alle füh­ren­den Leuch­ten­her­stel­ler mit einem ent­spre­chen­den Pro­dukt­port­fo­lio prä­sen­tie­ren. Erco bei­spiels­weise will 1200 neu Pro­dukt­ver­sio­nen zei­gen, dar­un­ter allein 300 mit LEDs. Ganz zu schwei­gen vom Stutt­gar­ter Her­stel­ler Nim­bus, der schon seit eini­gen Jah­ren neue Leuch­ten nur noch auf LED-Basis entwickelt.

Die LED ist inzwi­schen salon­fä­hig gewor­den – und wird nicht nur wie bis­her ein Schat­ten­da­sein für Not­leuch­ten oder Ori­en­tie­rungs­leuch­ten fris­ten. Nein, die LED wird zum Leucht­mit­tel der Zukunft schlecht­hin – nicht eine Licht­quelle von vie­len, son­dern die zen­trale über­haupt. Die Vor­teile der LED lie­gen auf der Hand – vor­der­grün­dig sind dies Argu­mente wie Ener­gie­ef­fi­zi­enz, lange Lebens­dauer, mecha­ni­sche Robust­heit und Minia­tu­ri­sie­rung. Schaut man genau hin, dann offen­ba­ren sich viele neue Aspekte. Zum Bei­spiel las­sen sich LEDs per Trig­ge­ring ohne Effi­zi­enz­ver­lust dim­men – bei kon­ven­tio­nel­len Leucht­mit­teln wie Halo­gen­lam­pen ver­schlech­tert sich der Wir­kungs­grad beim Her­un­ter­dim­men erheb­lich. LEDs hin­ge­gen ver­hal­ten sich linear – und kön­nen ohne Tech­no­lo­giebruch direkt elek­tro­nisch ange­steu­ert werden.

Momen­tan wer­den Lauf­zei­ten von 50.000 Stun­den als Lebens­dauer der LEDs genannt. Und dann? „Nor­ma­ler­weise fällt die LED nicht schlag­ar­tige aus wie Glüh­bir­nen oder Hoch­druck­lam­pen, sie wird ein­fach dunk­ler“, so Mar­tin Kraut­ter von Erco. Vor­aus­set­zung aller­dings ist ein stim­mi­ges Ther­mo­ma­nage­ment – denn obwohl die LED kal­tes Licht pro­du­ziert, also frei von IR– oder UV-Anteilen, wird die LED als Bau­teil durch­aus warm. Wird diese Wärme nicht mit geeig­ne­ten kon­struk­ti­ven Maß­nah­men abge­lei­tet, rea­giert die LED emp­find­lich und fällt deut­lich frü­her aus. Dies stellt auch die Leuch­ten­her­stel­ler vor neue Auf­ga­ben und ver­langt neue Kom­pe­ten­zen. Nim­bus bei­spiels­weise hat die Riege der Elek­tro­tech­ni­ker und Ther­mo­spe­zia­lis­ten per­so­nell ausgebaut.

Die LED wird also auch die Leuch­ten­her­stel­ler ver­än­dern – und zwar mas­siv. Neues Know-how ist not­wen­dig, neue Ent­wick­lungs­pro­zesse, neue Lie­fe­ran­ten­qua­li­fi­zie­run­gen und ein neues Ver­ständ­nis vom Licht. „Das geht ganz schnell“, so Mar­tin Kraut­ter, „man erin­nere sich an die Geschwin­dig­keit bei der Umstel­lung von der Röhre auf den Tran­sis­tor im Audio-Bereich“. Und „es wird neue Mit­spie­ler geben, die aus der Halb­lei­ter­bran­che kom­men“, ergänzt Nimbus-Chef Diet­rich Bren­nen­stuhl. Die Inno­va­ti­ons­zy­klen seien zwar der­zeit „nicht mehr so schnell“, aber den­noch dürf­ten es mit der Gemüt­lich­keit aus den Zei­ten der Glüh– und Ent­la­dungs­lam­pen vor­bei sein. Leis­tungs­sprünge wird es wei­ter­hin geben, momen­tan geht Erco bei warm­wei­ßen LEDs mit 60 Lumen/Watt und bei kalt­wei­ßen mit 80 Lumen je Watt ins Ren­nen, Bren­nen­stuhl rekla­miert für sein Unter­neh­men sogar 100 Lumen/Watt, was in etwa der Effi­zi­enz einer Leucht­stoff­röhre entspricht.

Mehr Leis­tung ist gut – einer­seits. Ande­rer­seits müs­sen Nim­bus, Erco und Co. das Ersatz­ge­schäft neu lösen. Bis­her wech­selte man ein­fach das Leucht­mit­tel durch eines mit glei­cher Wat­tage aus und das Pro­blem war gelöst. Künf­tig geht dies nicht mehr so sim­pel, schließ­lich dürf­ten neue LED-Boards auch mehr Leis­tung bie­ten – und müs­sen dann auf das Niveau der umge­ben­den, alten Leuch­ten ein­ge­re­gelt wer­den. Damit dies wirt­schaft­lich mach­bar ist, setzt Nim­bus auf eine exakte Char­gen­rück­füh­rung. „Jede Leuchte kön­nen wir auf die ver­wen­de­ten LEDs zurück­füh­ren“, erklärt Bren­nen­stuhl. Von jedem Pro­duk­ti­ons­clus­ter halte man zudem eine bestimmte Anzahl an LEDs im Ersatz­teil­la­ger zurück, um bei künf­ti­gen Ersatz­an­for­de­run­gen rea­gie­ren zu können.

Ersatz? Ein Refresh der LED-Platine sei nur bei hoch­wer­ti­gen Leuch­ten oder kom­ple­xen Sys­tem sinn­voll, sagt Bren­nen­stuhl. Ansons­ten werde die kom­plette Leuchte aus­ge­tauscht. „Die Leuchten-Lebensdauer ent­spricht künf­tig der Lampen-Lebensdauer“ lau­tet auch die Aus­sage bei Erco. Weil LEDs keine Schad­stoffe ent­hal­ten, sei die Ent­sor­gung via Elek­tro­schrott kein Pro­blem. Bei Nim­bus wie­derum denkt man dar­über nach, eine sor­ten­reine Tren­nung der Alt­leuch­ten ein­zu­füh­ren und künf­tig Bio­kom­po­site als Ersatz für kon­ven­tio­nelle Kunst­stoffe zu verwenden.

Sind die meis­ten tech­ni­schen Fra­gen im Zusam­men­hang mit der LED gelöst, so bleibt noch die Stan­dar­di­sie­rung offen. Bis­her hatte man es mit her­stel­ler­un­ab­hän­gi­gen Fas­sungs– und Lam­pen­geo­me­trien zu tun, in Zei­ten der LED, die als Clus­ter auf Pla­ti­nen mon­tiert und exakt an die jewei­lige Leuchte ange­passt sind, wird dies nicht mehr mög­lich sein. Und auch die Ver­stän­di­gungs­ba­sis muss sich neu fin­den: „Frü­her war die Wat­tage das Maß, künf­tig wird wohl der Licht­strom zum Ver­gleichs­maß für die Licht­pla­ner“, so Krautter.

Mehr zum Thema
Siehe Design Report 02/2010, erscheint Anfang April 2010

Links
www​.nim​bus​-group​.com
www​.erco​.com
www​.light​-buil​ding​.mes​se​frank​furt​.com

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  1. Leuchtende Flächen | zwomp

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