Waschmaschine für die 3. Welt

Hohl, simpel, aber höchst effektiv: „Swirl“, die kugelförmige Waschmaschinenidee | Abbildung: designaffairs
Noch ist „Swirl“ nur eine gute Idee, aber die Kugel hat Potenzial.
Um den Designideentransfer in Entwicklungsländer ist es in den letzten Jahren ausgesprochen ruhig geworden. Doch immer wieder zeigen einzelne Konzepte, welche Potenziale Designer entwickeln können. Das jüngste Beispiel kommt von designaffairs, eine Waschmaschine, die eigentlich keine Maschine ist, sondern nur eine hohle Kugel. Das aber ist der eigentliche Clou: Denn die Kugel benötigt weder Strom noch Wasserleitung, und sie fügt sich in die traditionellen Waschabläufe vor Ort ein.
Die Situation stellt sich meist so dar: Die Frauen begeben sich zu den oft entlegenen Wasserstellen oder Brunnen, um dort die Kleidung der Familie zu reinigen. Das ist sehr zeit– und kraftaufwändig. Doch dieses Waschritual hat auch einen sozialen Effekt, denn gleichzeitig dient es als Rahmen für Gespräche oder Kontakte. Eine Waschmaschine im westlichen Sinne wäre also – nicht nur ökonomisch – völlig daneben.
Der Ansatz von designaffairs ist demnach ein ganz anderer. Die Kugel namens „Swirl“ wird mit Wäsche und Wasser beladen, dicht verschlossen und dann von der Wasserquelle mittels einer Art Deichsel nach Hause gerollt. Die Rotation liefert die zum Waschen wichtige mechanische Bewegung, während des Gehens kann ausführlich geplaudert werden. Und weil „Swirl“ simpel aufgebaut ist, lässt sich die Kugel auch vor Ort bauen.
Das Konzept für „Swirl“ entstand im Rahmen des designaffairs Studios, einer internen Initiative, die unabhängig von konkreten Jobs neue kreative Ideen hervorbringen soll. Zugleich wird im Studio der Blick für das interdisziplinäre und internationale Arbeiten sowie für soziokulturelle Aspekte geschärft.
Link
www.designaffairs.com
Abbildungen
designaffairs
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Einsteigerin: Adrienne Finzsch







