DirectSkinning mit PU-Beschichtung

Spritzguss und Beschichtung in einem Werkzeug: Das DirectSkinning-Verfahren bietet neue Möglichkeiten – nicht nur im Automotive-Sektor | Foto: Bayer MaterialScience
Spritzguss und Beschichtung in einem Werkzeug.
Immer wieder erweist sich die Nasslackierung von Bauteilen als Fremdkörper in der Herstellungskette, weshalb nach alternativen, prozesstechnisch besser integrierbaren und vor allem kostengünstigeren Verfahren gesucht wird.
Fischer Automotive Systems und Bayer MaterialScience haben gemeinsam eine neue Methode entwickelt, mit der sich Spritzgussteile ohne Entnahme aus dem Werkzeug beschichten lassen. Das DirectSkinning-Verfahren kombiniert also Spritzguss und Reaction-Injection-Molding (RIM) zu einer neuen Technologie. Nach dem Spritzen des Bauteils injiziert man das Beschichtungsmaterial, ein Polyurethan-System, über den PUR-Mischkopf in das noch geschlossene Werkzeug. Auf diese Weise erhält der Träger seine Beschichtung ohne separate Beschichtungsanlage und bei sehr geringer Nachbearbeitung.
Das Ergebnis des ersten Einsatzes dieses Produktionsverfahrens lässt sich im BMW 5er Grand Tourismo in Form einer Dekorblende betrachten. Die Blende verdeckt ein Schubfach direkt über der Mittelkonsole im Armaturenbrett. Während das Trägermaterial aus dem thermoplastischen, aber wärmeformbeständigen und schlagzähen PC/ABS-Blend „Bayblend T85“ besteht, bildet das PUR-System „Bayflex LS“ die 1,4 Millimeter starke Beschichtung. Das Material ist laut Bayer MaterialScience hoch kratz– und abriebfest, UV-beständig und farbecht. In fünf hellen Farben wird produziert, per Colour Matching jeweils auf die Farbigkeit der umgebenden Materialien abgestimmt. Schließlich soll die Farbigkeit im Interieur homogen sein.
Link
www.bayermaterialscience.de
www.fischer-automotive-systems.de
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