Einsteiger: Burkhardt Schempp

Zwei Rümpfe, die eine Brücke am Heck verbindet: Der Segelkatamaran „N7“ mit zwei Flettner-Rotoren | Rendering: Burkhardt Schempp
„N7“ soll die Walbeobachtung ökologisch vertretbarer machen, weil er entgegen dem Trend, die Walbeobachtung immer schneller zu gestalten, auf Entschleunigung setzt.
Für den Vortrieb sorgen bei „N7“ zwei Flettner-Rotoren. Dieses aktive Segel wurde zwar schon 1924 erfunden, geriet jedoch in Vergessenheit. Der Flettner-Rotor macht sich den Magnus-Effekt zunutze: Der elektromotorisch entsprechend der vorherrschenden Windgeschwindigkeit in Rotation versetzte, senkrechte Zylinder erzeugt, ähnlich einer Flugzeugtragfläche einen Unterdruck, wenn er vom Wind angeströmt wird. Die damit quer zur Anströmung resultierende Kraft zieht das Boot voran. Die Vorteile des Flettner-Rotors sind evident. Er ist leise, wartungsarm, sturmfest und kann von nur einer Person bedient werden.
Die Katamaranbauweise von „N7“ ermöglicht eine wesentlich vergrößerte Deckfläche und verringert die Krängung, also die Seitwärtsneigung des Schiffes; auch das Rollen des Bootes wird vermindert. Der als Wavepiercer ausgelegte Bug eines jeden Rumpfes reduziert das Stampfen, da der Bug die Welle zerschneidet anstatt auf ihr aufzuschwimmen.
„N7“ unterscheidet sich nicht nur technologisch, sondern auch formal stark vom klassischen Segelkatamaran. Er zeigt einen potentiellen neuen Weg in der marinen Antriebstechnik auf, die in Zukunft auch für viele andere Arten von Wasserfahrzeugen, vor allem in Hinblick auf die Verknappung fossiler Rohstoffe und den Klimawandel, an Bedeutung gewinnen kann.
Visualisierung/Modell
Der Entwurf wurde vollständig in Rhinoceros 4.0 modelliert. Für das Modell im Maßstab 1:20 wurden die Daten ebenfalls in Rhinoceros aufbereitet. Der Rumpf von N7 wurde mit einer 5-Achs-CNC-Fräse aus Uriol gefräst, alle Teile der Aufbauten sowie Ruder und Kiele wurden mit einem ZPrinter gedruckt.
Hochschule
Hochschule für Gestaltung Offenbach, Fachbereich Produktgestaltung
Betreuer: Prof. Frank Zebner
www.hfg-offenbach.de
Burkhardt Schempp, Jahrgang 1983, studierte von Oktober 2004 bis Oktober 2009 an der HfG Offenbach
Produktgestaltung. Mit dem „N7“ als Diplomarbeit schloss er das Studium 2009 ab. Neben Praktika im handwerklichen Bereich (Tischlerei/Werbeagentur) kann er ein sechsmonatiges Praktikum (2008÷2009) bei Neumeister+Partner Industrial Design GmbH in München vorweisen. In seiner Freizeit widmet er sich gerne dem Grafikdesign und Illustration oder gestaltet Websoftware.
Kontakt
hello(at)burkhardtschempp.com
www.burkhardtschempp.com
Abbildungen
Burkhardt Schempp
Verwandte Artikel bei zwomp
Flettner-Sonderausstellung im Deutschen Technikmuseum
Verwandte Artikel
2 Kommentare
Trackbacks
- Der Flettner-Rotor gestern und heute » Von Armin Scharf » Flettner-Rotor, Buckau, Flettner, Rotoren, Technikmuseum, Barbara » zwomp
- BS/ID™ | burkhardt schempp · industrial design » industrial » N7





Sounds für Elektroautos gesucht
Medizindesign und Usability







