Zeolith spart Strom und Zeit

Unter dem Spülraum ist des Spülers Kern: Die warme und sehr feuchte Abluft wird durch den Zeolith-Tank geleitet und gelangt als heiße, trockene Luft wieder in den Spülraum zurück | Abbildung: BSH

1150 Gramm dieser unscheinbaren Kügelchen stecken in den Zeolith-Geschirrspülern. Das Silikatmineral kann dank seiner großen inneren Oberfläche bis zu 40 Prozent des eigenen Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen | Foto: BSH
Geschirrspüler von BSH trocknen dank Zeolith-Einsatz schneller und sparsamer.
Die Idee des Zeolith-Einsatzes geht auf einen Workshop zurück, den Bosch und Siemens Hausgeräte (BSH) im Jahre 2001 mit dem Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE) durchführte. Sieben Jahre später, nach diversen Vorstudien, Prototypen und Patentanmeldungen, wurde der erste Geschirrspüler auf der IAA präsentiert, seit November 2008 ist er unter den Labeln Bosch und Siemens auf dem Markt.
Zeolith ist ein Silikatmineral, das beispielsweise in kleinen Tütchen sensible Produkte während der Lagerung vor Feuchteschwankungen schützt. Das Mineral verfügt über eine große innere Oberfläche und kann bis zu 40 Prozent seines Eigengewichts an Luftfeuchtigkeit aufnehmen und speichern, wobei sich seine Temperatur erhöht. Durch Erhitzen wird das zuvor aufgenommene Wasser wieder abgegeben.
Im Geschirrspüler befinden sich 1150 Gramm des Materials in Form von etwa 3,5 Millimeter großen Kugeln. Während der Trocknung des Geschirrs wird die warme und feuchte Abluft aus dem Spülraum in die Zeolith-Einheit darunter geleitet. Dort adsorbieren die Kügelchen die Feuchtigkeit, heiße und trockene Luft gelangt wieder in den Spülraum, was die Trocknung beschleunigt und energieeffizienter macht. Die Regeneration des Zeoliths erfolgt beim nächsten Spülgang während des Aufheizens, das Be– und Entladen bleibt während der Lebensdauer des Spülers gleich effektiv.
So bestechend einfach der Vorgang, so herausfordernd die technische Umsetzung, schließlich sind die Außenabmessungen fix und der Beladungsraum durfte nicht kleiner werden.
20 Prozent weniger Energie als ein konventioneller Spüler der Klasse A soll das Gerät laut BSH verbrauchen – und nur zehn Liter Wasser je Spülgang. Würden alle Spüler in Deutschland, die mehr als 1,3 kWh je Spülgang durch Zeolith-Modelle ersetzt, so rechnet BSH vor, reduzierten sich die Kohlendioxid-Emissionen um jährlich 1,2 Millionen Tonnen.
Für das Zeolith-System erhielt BSH nun den Klima-Innovationspreis 2009, den Bundesumweltministerium um dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gemeinsam auslobten.
Links
www.bsh-group.de
www.iku-innovationspreis.de
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