Design im Global Village
Bis zum 30. Mai: „Global Design” im Zürcher Museum für Gestaltung.
„Think global, act local“, formulierte es R. Buckminster Fuller schon in den Fünfziger Jahren. Heute lautet das Schlagwort: Glocalization. Wie es mit der Globalisierung in Sachen Design steht, untersucht derzeit das Museum für Gestaltung in Zürich.
Antworten darauf, wie genau globales Design aussieht, gibt Kuratorin Angeli Sachs jedoch nicht. Vielmehr nimmt sie den Besucher mit auf eine Reise durch einen weitläufigen Parcours (der von dem Zürcher Designer Frédéric Dedelley kongenial umgesetzt wurde). Und der beginnt in einer Flughafenlounge, um dann über Coffeeshop, Sushi-Bar und Supermarkt zu zwei Möbelherstellern zu führen, die als Fallstudie für das Phänomen Globalisierung stehen. Während das Basler Unternehmen InchFurniture Möbel in Indonesien produzieren lässt, ist Ikea längst ein Globalisierungsmärchen par excellence. An den Wänden gegenüber flimmern die Aktienkurse über den Schirm. In den Gängen links und rechts davon zeigen Fallbeispiele und Modelle, wie der Flughafenarchitektur heute sich um einen „sense of place“, also Regionalisierung bemüht, man kann über die Veränderung unserer Arbeitswelt anhand von Bürointerieurs nachsinnieren, und sich über Yves Béhars Projekt „One Laptop per Child“ informieren.
Kurzum: Eine sehr dichte Ausstellung, die zum Nachdenken über unsere Zeiten weltumspannender Kapital-, Waren– und Kommunikationsströme einlädt und allerlei erhellende Schlaglichter wirft.
Zur Ausstellung erscheint ein ausführlicher Katalog:
Global Design. Internationale Perspektiven und individuelle Konzepte
Hrsg. Museum für Gestaltung Zürich. Lars Müller Publishers, Baden 2010.
Link
www.museum-gestaltung.ch
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