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Kleinserientherapie

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Das sta­tio­näre Gerät ohne Roll­con­tai­ner: Das Gehäuse besteht aus lackier­tem, exakt geform­tem Blech, das Dis­play zeigt sich hin­ter einer Acrylglas-Scheibe | Foto: B612

„Deep Oscil­la­tion Evi­dent“ sti­mu­liert das Gewebe.

Die Tiefenoszillations-Therapie ist ein rela­tiv jun­ges Ver­fah­ren, dem aber breite Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten gegen­über­steht. Sowohl in der Schlaganfall-Rehabilitation, der Sportthe­ra­pie wie auch im kos­me­ti­schen Ein­satz oder in der pos­tope­ra­ti­ven Pati­en­ten­ver­sor­gung soll es sich posi­tiv aus­wir­ken. Ver­kürzt dar­ge­stellt, basiert die Tie­fenos­zil­la­tion auf einem elek­tro­ma­gne­ti­schen Wech­sel­feld, das über Auf­la­ge­pads das Pati­en­ten­ge­webe in sti­mu­lie­rende Schwin­gun­gen ver­setzt – und zwar bis in die Tie­fen des Gewebes.

Das ent­spre­chende Gerät dazu nennt sich „Deep Oscil­la­tion Evi­dent“, besteht aus einem Pra­xis– sowie einem mobi­len Hand­ge­rät und wird von der mit­tel­stän­di­schen Phy­sio­med AG in Klein­se­rie her­ge­stellt – oder bes­ser: ent­wi­ckelt und dann aus Zulie­ferer­tei­len mon­tiert. Das wie­derum bedeu­tete für das Stutt­gar­ter Desi­gn­büro B612, eine klein­se­ri­en­taug­li­che, kos­ten­güns­tig umsetz­bare Gestal­tungs­lö­sung zu fin­den – die optisch den­noch hoch­wer­tig, frisch und eigen­stän­dig sein sollte. Und letzt­lich auch zum mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men pas­sen können.

Bei der sta­tio­nä­ren Ver­sion griff man also zum bewähr­ten Blech­ge­häuse, gab ihm aber kein bana­les Qua­der­vo­lu­men, son­dern ver­schlankte es nach hin­ten, indem man zwei U-förmig gebo­gene Ble­che mit exak­ten Radien inein­an­der ver­schränkt. Das kipp­bare, vom Gehäuse los­ge­löste Dis­play zeigt sich zum Benut­zer hin mit einer rück­sei­tig bedruck­ten Acrylglas-Oberfläche. Die Menü­füh­rung, die inte­grierte inter­ak­tive Bedie­nungs­an­lei­tung und die Ein­knopf­be­die­nung ent­wi­ckelte man ebenso bei B612.
Plat­ziert wird das Gerät auf einem Roll­con­tai­ner, damit wird es inner­halb der Pra­xis mobil – und die Kabel haben einen Stau­raum hin­ter der unten ange­schla­ge­nen Klappe. Auf einen Schub mit fest­ge­leg­ten Plät­zen für die Kom­po­nen­ten ver­zich­tete man und wäh­rend der Nut­zung lau­fen die Kabel aus der Griff­mulde heraus.

Noch vor der sta­tio­nä­ren Ver­sion machte man sich an das Hand­ge­rät für die hei­mi­sche Selbst­the­ra­pie, da dies weni­ger kom­plex und schnel­ler rea­li­sier­bar war. Die For­men­spra­che erin­nert bewusst an die von MP3-Playern, schließ­lich soll das Gerät den Nut­zer posi­tiv ansprechen.

Beide Geräte sind so kon­zi­piert, dass sie den Grund­stein für eine neue, modu­lar auf­ge­baute und ein­fach zu han­delnde Pro­dukt­fa­mi­lie dar­stel­len.
Das wür­digte übri­gens die Jury des Awards „Focus Open 2009“ und zeich­nete die Geräte mit dem Focus Sil­ber im Bereich Medi­zin aus.

Links
www​.b612​-design​.de
www​.phy​sio​med​.de

Fotos
B 612

Erst­ver­öf­fent­li­chung
Desi­gn­Re­port 12/09

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