3 ½ Fragen an … Alexander Neumeister

Hallo Herr Neumeister, waren Sie heute schon an der Copacabana?
Eigentlich bin ich immer seltener dort, denn ich wohne ja in Urca, direkt unter dem Zuckerhut, gleich um die Ecke zu einem Militärfort. Als Nachbar habe ich einen Sonderausweis bekommen mit dem ich an deren kleinen Strand kann – leer, sauber und sicher !
Von dort schaue ich den dicken „Touristen-Dampfern“ nach und freue mich, dass ich bleibe. Heute fällt der Strand aus, denn es regnet mal wieder, bei 28°C, es ist eben Winter…
Was unterscheidet die Tage in Rio von denen in München?
Der Blick auf das Wasser, die Freiheit, mir die Zeit flexibler einteilen zu können, denn meine Projektbeiträge müssen immer spätestens um 9:00 morgens in München ankommen. Natürlich der andere Rhythmus und speziell zu dieser Jahreszeit das andere Klima – hier kann man auch im Winter mit einem T-Shirt herumsitzen.
Welche Uhr tragen Sie gerade?
Komische Frage! Na ja, so eine dieser „Designeruhren“ ohne Ziffernblatt aus Skandinavien, aber eine billige! Denn hier vermeidet man alles, was irgendwie teuer oder besonders aussehen könnte. Nur nicht auffallen, nur keinen „assalto“ also Überfall provozieren. Auch das, auch dieser Reflex, ist Realität in Rio.
Was braucht die Welt eigentlich nicht?
Es gibt nichts absurderes als einen schwitzenden, dick eingepackten Weihnachtmann mit angeklebtem Wattebart vor einem Plastikbaum mit Watteschnee in einem Shopping Center bei Außentemperaturen von 38°C. Dazu diese diese Masse an Geräten, die alle mit viel Werbung gepusht werden – eigentlich könnten 90 Prozent davon verschwinden.
Zu Alexander Neumeister, 68, muss man eigentlich nicht viel sagen, denn die von ihm und seinem Büro gestalteten Produkte rasen täglich in Form von Hochgeschwindigkeitszügen durch Deutschland, Japan, Russland, Spanien und China. Neumeister lebt heute halb in Rio, halb in München.











