Energieautarker Bus
Die Idee ist faszinierend: Ein Fahrzeug, das ganz ohne externe Energiezufuhr mobil ist.
In Graz arbeitet man an einer ganz besonderen Vision: Der energieautarken Mobilität. Fahrzeuge sollen dereinst, so die Idee des Austromotive-Chefs Michael Resl, die für die Fortbewegung notwendige Energie selbst erzeugen. Das hört sich mehr als verwegen an, nicht nur angesichts der aktuellen Probleme mit neuen Antriebstechniken wie Elektromotor oder Brennstoffzelle. Auch rein prinzipiell erscheint die Idee zunächst unrealistisch, denn die Energiemengen, die das Fahrzeug per Energy Harvesting generieren müsste, sind enorm, soll es denn einigermaßen agil sein. Schließlich gilt nach wie vor, dass der Energiebedarf mit dem Quadrat der Geschwindigkeit und dem Wert der Masse wächst.
Insofern ist es zunächst überraschend, dass man bei Austromotive sich einen Bus ausgesucht hat, einen strukturell eher schweren Fahrzeugtyp. Doch Daniel Huber vom Wiener Büro Spirit Design verweist auch darauf, dass ein Bus mit seinem großen Volumen auch mehr Möglichkeiten biete, die notwendigen Technologien unterzubringen.
Da wäre zum einen die elektromechanische Rekuperation der Bremsenergie – diese Technik ist schon recht weit gediehen und wird derzeit mit hydraulischer Speichertechnik in Kommunalfahrzeugen erprobt. Photovoltaisch aktive Flächen sollen weitere Energie dem CerO2-System zuführen, weshalb die Fahrzeugform entsprechend optimiert wird. Auch dies ist im Prinzip nicht neu – innovativer ist da die Idee, vertikale Windturbinen in das Dach, die Karosserie und den Unterboden einzubauen. Sie werden beim Bremsen und Parken aktiviert und nutzen die Energie aufsteigender warmer Luft. Mit Thermogeneratoren soll die Abwärme weiterer Quellen zur Stromerzeugung genutzt werden – beispielsweise die der sitzenden Passagiere. Und schließlich denkt man an ein Permanent-Magnet-Stoßdämpfersystem, das die Bewegungen des Busses während der Fahrt in elektrische Energie umsetzt.
All dies hört sich im Ansatz schlüssig an, doch die Technologien dafür stehen heute noch nicht in dem Maße zur Verfügung, wie benötigt, räumen die Entwickler ein. Derweil jedoch hat Spirit Design dem Bus eine passende, nicht minder visionäre Formensprache verliehen, die einerseits bekannte Elemente aufnimmt, zum anderen so charakteristische Bereiche wie die Front ganz anders definiert. „Design hat hier die Aufgabe, die Fortschrittlichkeit der Antriebstechnik erkennbar zu machen“, erklärt Daniel Huber von Spirit Design.
Links
www.austromotive.at
www.spiritdesign.com
Abbildungen
Spirit Design
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Beheizte Kunststoffspiegel








