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Leichtgewicht für urbanen Verkehr

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Leicht­bau pas­send für den Elek­tro­an­trieb: Der Pro­to­typ des inner­städ­ti­schen Mehr­zweck­fahr­zeugs „Teamo”. | Fotos: hymer idc

Eine neues Bau­prin­zip für Elektrofahrzeuge.

Ein kon­ven­tio­nel­les Fahr­zeug ein­fach mit einem Elek­tro­an­trieb und Bat­te­rien zu ver­se­hen, funk­tio­niert nicht, vor allem wegen des Gewich­tes. Denn nach wie vor brin­gen die Bat­te­rien ein Zusatz­ge­wicht von 250 bis 300 Kilo­gramm in das Fahr­zeug, was den Innen­raum ver­klei­nert, die Nutz­last redu­ziert und zusätz­li­che Ver­stei­fun­gen ver­langt. „Zu je 100 Kilo­gramm Mehr­ge­wicht kom­men 35 bis 40 Kilo­gramm für Fahr­werk und Struk­tur­ver­stär­kun­gen dazu”, sagt Johann Tom­forde. „Wir müs­sen das Auto kon­zep­tio­nell neu erfinden.”

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Aluminium-Hohlkammerprofile for­men das selbstaustei­fende Chas­sis, in dem der kom­plette Antrieb ein­schließ­lich Bat­te­rien unter­ge­bracht ist. Das „Boat-Chassis“ mit Space­frame, Über­roll­bü­gel und Crash­bo­xen deckt 75 Pro­zent aller Crash-Anforderungen ab.

Ana­lo­gie zum Boots­rumpf
Wie ein auf Elek­tro­an­trieb opti­mier­tes Fahr­zeug aus­se­hen kann, das zeigt das Pro­jekt „Teamo“, ent­wor­fen und bereits als Pro­to­typ prä­sen­tiert durch Tom­for­des Team von hymer idc. „Teamo“ (True Elec­tric Auto Mobi­lity) soll zunächst den vie­len Paket­ver­tei­lern, Schnell­lo­gis­ti­kern, Ser­vice– und Aus­lie­fer­diens­ten neue Per­spek­ti­ven eröff­nen, da sie künf­tig mit mas­si­ven emis­si­ons­be­ding­ten Ein­schrän­kun­gen bei inner­städ­ti­schen Fahr­ten zu rech­nen haben. „Teamo“ ver­steht sich aber als überg­rei­fende Lösung für urbane Mobi­li­tät, kann die Rolle des Hand­wer­ker­fahr­zeugs oder des Fami­li­en­au­tos über­neh­men, da Chas­sis und Karos­se­rie ent­kop­pelt sind. Im Gegen­satz zum heute prak­ti­zier­ten Auto­bau, bei der die Karos­se­rie wesent­lich zur Stei­fig­keit und Sta­bi­li­tät des Fahr­zeu­ges bei­tra­gen muss, über­nimmt dies bei „Teamo“ allein das so genannte Boat-Chassis. „Wir haben ver­schie­denste Fahr­ge­stell­for­men durch­ge­tes­tet, am Ende sind wir auf ein boots­för­mi­ges Chas­sis gekom­men.“ Es besteht in der ers­ten Gene­ra­tion aus umlau­fen­den Aluminium-Hohlkammerprofilen, die gebo­gen und über wenige Kno­ten­punkte mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Denk­bar sind auch gewi­ckelte Recht­eck­rohre aus CFK in Boots­rumpf­form. In jedem Fall sorgt ein Über­roll­bü­gel hin­ter den Sit­zen für pas­sive Sicher­heit, ebenso die davor zu einem Space­frame geform­ten A-, B– und C-Säulen. Zusam­men mit der Boden­platte aus einem leich­ten, aber enorm stei­fen Sandwich-Schaummaterial ist die not­wen­dige Crash-Stabilität, vor allem im Pas­sa­gier– und Bat­te­rie­be­reich gewährleistet.

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Die nicht­tra­gende Karos­se­rie des „Teamo“ soll aus einem durch­ge­färb­ten und robus­ten Recycling-Thermoplast-Kunststoff beste­hen. Für das modu­lare Dach ist ein Schaumsandwich-Material geplant, weil es leicht ist und wär­me­däm­mend wirkt.

Har­ter Thermoplast-Verbund
Die­ses „Ske­lett“ der Fahr­zeug­platt­form lässt sich mit ver­schie­de­nen Hül­len ver­se­hen, die aus einer über­brü­cken­den Innen­ka­ros­se­rie und der fle­xi­blen Außen­form beste­hen. Auch hier kom­men neu­ar­tige Mate­ria­lien zum Ein­satz. So beste­hen die Innen­ele­mente aus einem Kunststoff-Verbundmaterial, das zwar ther­mo­plas­tisch und damit tief­zieh­fä­hig ist, zugleich aber selbst bei gerin­gern Mate­ri­al­stär­ken enorm steif, kratz­fest und belast­bar ist. Es besteht im Prin­zip aus drei ver­press­ten Lagen: aus zwei Kunst­stoff­plat­ten mit einem zwi­schen­lie­gen­den Gewe­be­netz des glei­chen Mate­ri­als. Kon­zi­piert wurde es als Ersatz teu­rer Carbonfaser-Verbundwerkstoffe für bal­lis­ti­sche Schut­z­ele­mente, sprich Pan­ze­run­gen. Details sind noch ver­trau­lich, doch im Laufe des Jah­res soll das Mate­rial offi­zi­ell vor­ge­stellt wer­den. Diese Innen­ele­mente wer­den mit dem Alu-Spaceframe ver­klebt und die­nen dann als mecha­ni­sche Schnitt­stel­len zu Türen, Zurr­punk­ten oder ande­ren Kräfte ein­lei­ten­den Tei­len.
„Wir holen bereits im frü­hen Sta­dium alles aus dem Mate­ri­al­mix her­aus, nur so lässt sich effek­tiv Gewicht spa­ren“, sagt Tom­forde. Letzt­lich wird „Teamo“ bis zu 250 Kilo­gramm leich­ter als eine kon­ven­tio­nelle Kon­struk­tion – das sind im Auto­bau nicht Wel­ten, son­dern Gala­xien. Unter dem Strich soll der „Teamo“ der­einst ein Leer­ge­wicht von rund 1000 Kilo­gramm (mit Bat­te­rien) auf die Waage brin­gen und satte 600 Kilo­gramm laden können.

Leicht, aber robust
Leicht­bau durch­zieht das ganze Kon­zept – so besteht auch die Außen­ka­ros­se­rie, die ja keine dyna­mi­schen oder sta­ti­schen Kräfte auf­neh­men muss, aus leicht­ge­wich­ti­gen Thermoplast-Formteilen. Ver­for­mun­gen durch leichte Crashs nimmt er klag­los auf und geht in seine alte Form zurück. Für das modu­lare Dach mit sei­nem zen­tra­len, pho­to­vol­ta­isch auf­ge­rüs­te­ten Glas­mit­tel­teil wird eben­falls ein Schaum-Sandwichmaterial genutzt. Das soll nicht nur leicht sein, son­dern auch als Kli­ma­puf­fer die­nen, also das Inte­ri­eur vor extre­men Außen­tem­pe­ra­tu­ren bewah­ren. Denn eine Kli­ma­an­lage ist im „Teamo“ nicht vorgesehen.

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Das „Teamo”-Entwicklungsteam von hymer idc.

2012 am Markt
Die Frage, wer den „Teamo“ pro­du­zie­ren wird, berei­tet Tom­forde keine Sorge. „Das Chas­sis kann zen­tral gebaut wer­den. Es ist kos­ten­güns­tig auch in klei­nen Stück­zah­len her­zu­stel­len, weil die teu­ren Spritz­guss– und Press­werk­zeuge ent­fal­len. Und die indi­vi­dua­li­sier­bare Hülle kann sepa­rat ent­ste­hen, bei ver­schie­de­nen Spezialisten.“

Die Markt­ein­füh­rung ist der­zeit (Sep­tem­ber 2009) für das Jahr 2012 geplant – dafür detail­liert hymer idc meh­rere Nut­zer– und Markt-Szenarien, ein inter­dis­zi­pli­nä­res Fir­men­kon­sor­tium für Bau und Ver­mark­tung befin­det sich in der Fin­dungs­phase. Offen­bar inter­es­sie­ren sich auch Inves­to­ren aus dem Ener­gie­sek­tor für das Pro­jekt.

> Links
www​.hymer​-idc​.de

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hymer idc

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