Ohne Oberleitung oder Stromschiene

Foto: Bombardier
Die Straßenbahn „Primove“ von Bombardier versorgt sich induktiv mit Strom.
Über die kabellose Versorgung des digitalen Gerätezoos um ums herum wird derzeit zwar viel gesprochen, aber noch fehlt die praktische Anwendung. Nun zeigt Bombardier in größerem Maßstab, dass die induktive Stromzufuhr funktioniert. Auf der firmeneigenen Teststrecke in Bautzen ist seit Anfang des Jahres eine Straßenbahn unterwegs, ohne Oberleitung und ohne dritte Stromschiene. Die Bahn erhält ihren Fahrstrom über Induktionselemente im Boden des Fahrweges. Entsprechend des Transformator-Prinzips erzeugt dieser Primärkreis ein elektromagnetisches Feld, das der Sekundärkreis im Fahrzeug erneut in Strom umwandelt. Das Kabel des Primärteils lässt sich zwischen die Gleise einbauen; die Sekundäreinheit besteht aus Aufnehmern im Fahrzeugboden und Verbindungssträngen zum Antrieb.
Nur dann, wenn die Straßenbahn Primärsegmente passiert, werden diese aktiviert, alle anderen Segmente bleiben so lange stromlos und damit sicher begehbar.
Das „Primove“ genannte System eignet sich für historische Innenstädte, die frei von störenden Oberleitungen bleiben können. Aber auch für den Tunnelbetrieb ist „Primove“ interessant, weil der geringere Querschnitt die Kosten des Tunnelbaus reduziert.
Die Bautzener Testanlage ist für einen kontinuierlichen Energietransport von 250 kW ausgelegt, was ausreicht, um eine typische Leichtbau-Straßenbahn mit 30 Metern Länge auf 40 km/h zu beschleunigen. Prinzipiell ist das System bis 500 kW skalierbar.



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